ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2016Börsebius: Da drückt der Schuh!

GELDANLAGE

Börsebius: Da drückt der Schuh!

Dtsch Arztebl 2016; 113(47): A-2175 / B-1799 / C-1775

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In den letzten Tagen liegen den Leuten vor allem zwei Themen arg am Herzen: Welche Folgen hat der Ausgang der US-Wahl für den Anleger und wie geht’s mit der Deutschen Bank weiter?

Fangen wir mit der Deutschen Bank an. Börsebius-Leser wissen, dass ich die Aktie des deutschen Geldhauses schon seit einiger Zeit kaufenswert finde und dies vor allem mit der Besenwirkung des neuen Chefs John Cryan begründe. Nun ist fast schon ein Wunder geschehen: Die Aktie erholte sich in den letzten vier Wochen von ihrem Tief und schoss wie Phönix aus der Asche von zuletzt unter zehn Euro auf mittlerweile 15 Euro. „Soll ich denn jetzt auf diesem Niveau verkaufen?“, wollten nunmehr Aktionäre wissen. Meine Antwort: Obwohl der Kurs für meinen Geschmack schon zu schnell gestiegen ist und auch wieder durchhängen kann, sollte sich die Aktie weiter gut entwickeln. Erst bei einem Kurs von über 20 Euro sehe ich die Aktie fair bewertet.

Jetzt zu Trump: Bevor ich hier der Gefahr unterliege, mich zu sehr politisch zu äußern, doch so viel: Persönlich glaube ich, dass wir es hier vor allem mit einem riesigen Missverständnis zu tun haben. Auf der einen Seite die vom politischen Establishment enttäuschten Wähler, die sich Trump als Wirtstier ihres Protestes aussuchten (daher völlig egal, was er von sich gab) und auf der anderen Seite einer, der möglicherweise gar nicht Präsident werden wollte, sondern bloß den Wert der Marke Trump steigern wollte (und daher ordentlich auf den Putz hauen musste, Krawall sells).

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Letztlich will aber auch bei dieser Gemengelage der Anleger eine Beurteilung der Situation und was sich hieraus für ihn ergibt. Schwierig genug ist die Antwort. Ich bin aber einigermaßen sicher, dass Präsident Trump ein massives Konjunkturprogramm inszenieren wird. Auf Pump natürlich. Ob die US-Wirtschaft das wirklich braucht, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt, ich glaube eher nicht. Im Ergebnis aber bedeutet das noch mehr Verschuldung, noch mehr Inflation und damit höhere Zinsen. Die Zeiten billigen Geldes sind damit bald vorbei. Auch in Europa. Darauf gilt es sich einzustellen.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem ersten Samstag des Monats, können Sie auch am 3. Dezember 2016 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20).

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