ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2016Weltweit fehlen immer mehr Gesundheitsfachkräfte

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Weltweit fehlen immer mehr Gesundheitsfachkräfte

Dtsch Arztebl 2016; 113(48): [4]

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Fotolia/everythingpossible
Foto: Fotolia/everythingpossible

Bis zum Jahr 2030 werden weltweit 40 Millionen Gesundheitsfachkräfte fehlen, 18 Millionen davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Das jedenfalls prognostiziert die „Hochrangige Kommission zu Beschäftigung im Gesundheitssektor und wirtschaftlichem Wachstum der Vereinten Nationen“. In einem Bericht, den sie unlängst vorgestellt hat, schlägt die Kommission deshalb Maßnahmen vor, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie das globale Wirtschaftswachstum verbessern und somit dazu beitragen sollen, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

„Der Gesundheitssektor ist sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Wirtschaft entscheidend“, sagte dazu die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU). Die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen des Ebolaausbruchs in Westafrika hätten das einmal mehr bewiesen. Widmann-Mauz bezeichnete die Empfehlungen der Kommission als wegweisend. Zu Recht würde darin die Rolle der Frauen im Gesundheitssektor hervorgehoben. 67 Prozent der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich weltweit seien Frauen. Die Hälfte des von Frauen erbrachten Beitrags zum Wohlstand erfolge zudem in Form unbezahlter Pflege- und Betreuungstätigkeiten. „Der Ausbau von Fertigkeiten und Arbeitsplätzen im Gesundheitswesen wird der wirtschaftlichen Stärkung von Frauen einen entscheidenden Schub verleihen“, sagte sie weiter.

Anzeige

Die zehn Empfehlungen der Kommission sehen vor, das Gesundheitswesen zu stärken, die Geschlechtergerechtigkeit und insbesondere die Rolle von Frauen zu fördern, Gesundheitsfachkräfte auszubilden, um für Krankheitsausbrüche und humanitäre Krisen besser gerüstet zu sein, neue Technologien zu nutzen sowie Anreize für Arbeitsplätze vor allem von Jugendlichen zu schaffen.

In Deutschland arbeiten nach Angaben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums derzeit 5,2 Millionen Menschen im Gesundheitswesen. Damit ist etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der im Gesundheitswesen Beschäftigten um eine Million zugenommen. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 27 Prozent. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.