POLITIK

Versorgung: DMP bei Rheuma

Dtsch Arztebl 2016; 113(49): A-2250

Beerheide, Rebecca

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Seit zehn Jahren wird ein Behandlungsprogramm für rheumatoide Arthritis gefordert. Die Verhandlungen dauern an, nun gibt es zwei neue Forschungsprojekte.

Um eine bessere Versorgung für Patienten mit Verdacht auf rheumatoide Arthritis zu erreichen, wird seit Jahren für die Entwicklung eines entsprechenden Disease-Management-Programmes (DMP) geworben. Bereits 2005 hatte die Rheuma-Liga einen entsprechenden Antrag beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) eingereicht, der 2014 noch einmal erneuert wurde. Der G-BA hatte in dem Jahr beschlossen, DMP für rheumatoide Arthritis, chronische Herzinsuffizienz, Osteoporose sowie Rückenschmerz zu entwickeln. Entsprechende Abschlussberichte lägen inzwischen vor, bestätigt der G-BA auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes.

Allerdings hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag der Entwicklung von strukturierten Behandlungsprogrammen zur Versorgung von Menschen mit Rückenschmerzen sowie Depressionen den Vorrang gegeben. Im Versorgungsstärkungsgesetz von 2014 wurde der G-BA damit beauftragt, beide Behandlungsprogramme bis Dezember 2016 zu entwickeln. Daher wurden die Beratungen zum DMP Rheumatoide Arthritis verschoben.

Auf Nachfrage bestätigte der G-BA zudem, dass ein Abschlussbericht zur Leitlinienrechereche zur Diagnose „Depression“ im ersten Quartal 2017 erwartet wird, das IQWiG hat hierzu bereits einen Vorbericht erstellt. „Ein Termin für die voraussichtliche Beschlussfassung steht noch nicht fest“, heißt es vom G-BA. Außerdem werde in den Gremien derzeit zum DMP Chronischer Rückenschmerz auf Grundlage eines Abschlussberichts aus dem Januar 2016 beraten. Auch hier steht noch kein Beratungstermin für das G-BA-Plenum fest.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich ebenso für die Entwicklung eines DMP Rheumatoide Arthritis eingesetzt und gefordert, die Entwicklung neuer strukturierter Behandlungsprogramme künftig deutlich zu beschleunigen (siehe DÄ 29/30).

Die Versorgung von Menschen mit Rheumaerkrankungen hat auch bei der Förderung von Versorgungsprojekten im Innovationsfonds in diesem Jahr einen Schwerpunkt erhalten: Gleich zwei Projekte beschäftigen sich mit besseren Versorgungsformen. Das Ziel: Am Ende der vierjährigen Forschungszeit soll es möglich sein, die Versorgungsprojekte in die Regelversorgung zu überführen (siehe auch Text auf Seite 2 238 in dieser Ausgabe).

Dabei hat sich das Projekt „VERO“, an dem die Techniker Krankenkasse, der Berufsverband Deutscher Rheumatologen, das Universitätsklinikum Erlagen, die Uni Hamburg sowie die mhplus Betriebskrankenkasse beteiligt sind, auf die Fahnen geschrieben, Vorschläge für ein DMP Rheuma zu entwickeln. In dem Projekt selbst soll es um ein zügiges medikamentöses Therapiemanagement gehen.

Ein zweites Projekt zur Rheumaversorgung ist an der Universitätsmedizin Mainz angelegt: Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universität des Saarlandes sowie den Acura Kliniken Rheinland-Pfalz sollen mit dem Projekt „Rheuma-VOR“ Rheumapatienten möglichst flächendeckend so früh diagnostiziert werden, dass ihre Lebensqualität erhalten bleibt. Dazu soll es Koordinierungsstellen in Rheumazentren geben, die in bundesweite „kooperative regionale Rheumazentren“ ausgedehnt werden können.

Rebecca Beerheide

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