ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2016Börsebius: Achtung – Cyberstrauchdiebe

GELDANLAGE

Börsebius: Achtung – Cyberstrauchdiebe

Dtsch Arztebl 2016; 113(49): A-2280 / B-1876 / C-1852

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nachrichten verbreiten sich im Internet bekanntlich in Sekundenbruchteilen. Ob die News wahr sind, nur halb stimmen oder ganz gefälscht sind, kann der Betrachter oft genug nicht sofort erkennen. Fatal kann es werden, wenn die Nachricht beim Empfänger einen Aktivitätsbedarf suggeriert, es müsse sofort dieses oder jenes getan werden.

Das gilt auch für Finanzmärkte und Anleger. Elektronische Wegelagerer haben diese Form der Cyberverunsicherung und Manipulation längst entdeckt und versuchen mit Schreckensszenarien, Börsianer aus Aktien zu vertreiben, um sich dann selber billig einzudecken (mit sogenannten Leerverkäufen). Die Vorgehensweise dieser Spitzbuben ist ziemlich dreist. In recht dubiosen Studien werden die „Zielunternehmen“ mit suspekten Vorwürfen traktiert und dieses Material wird dann eben in Sekundenschnelle um den Globus gejagt. Auf diese schäbige Art und Weise wurden in den letzten Monaten sowohl der Zahlungsdienstleister „Wirecard“ als auch die Werbefirma „Ströer“ Opfer von gezielten Falschmeldungen.

Bei Wirecard verbreitete das – zuvor völlig unbekannte – Researchhaus „Zatarra“ die böse Story und schickte die Kurse auf Talfahrt. In jüngster Zeit wagten sich die Internet-Spitzbuben sogar an einen ganz Großen. Der französische Baukonzern Vinci wurde durch eine gefälschte Pressemeldung ebenfalls Opfer einer Fehlinformationsattacke. Der Kurs brach in wenigen Stunden um 18 Prozent ein.

Anzeige

Welche praktischen Auswirkungen hat das für Sie als Anleger? Zum einen nimmt die Zahl der manipulierten Verkaufsempfehlungen stark zu und es kann jederzeit sein, dass auch in Ihrem Depot ein Wert ist, der mal eben schnell um zwanzig oder dreißig Prozent fällt. Dann ist es gut und angebracht, nicht panisch zu reagieren und um jeden Preis zu verkaufen.

Auf der anderen Seite können clevere Börsianer von solchen provozierten Abstürzen auch profitieren, in dem Sie einfach mutig zugreifen. Ich selbst habe im Fall der manipulativ schlecht besprochenen Wirecard-Aktie diese auf meine Börsebius TopTen-Masterliste gesetzt. Die Aktie hat sich seitdem prächtig entwickelt. Wer aufpasst, auf solche „Kandidaten“ achtet und zur richtigen Zeit mutig zugreift, kann die Performance seines Depots schon positiv beeinflussen. Am Ende haben Sie den elektronischen Wegelagerern noch ein Schnippchen geschlagen. Und das auch noch völlig legal.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.