ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2016Psychotherapiepraxis: Unterdurchschnittliche Honorierung
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Niedergelassene Psychotherapeuten sind nur deswegen gezwungen, sich anderen Einkommensquellen als den Verpflichtungen aus der GKV zuzuwenden, weil wir – im Gegensatz zu Ärzten mit maximal 20 Sprechstunden pro Woche –, zu 36 persönlich am Patienten zu erbringenden Behandlungsstunden zuzüglich probatorischer Sitzungen und weiteren, unentgeltlich zu erbringenden Nebenleistungen bei unterdurchschnittlicher Honorierung verpflichtet worden sind. Dies bedeutet, dass Psychotherapeuten (Kammerberuf) in verfassungswidriger Weise (Art. 12 GG) seit unserer Zulassung vor über 15 Jahren von der Selbstverwaltung der Ärzteschaft zu einer Tätigkeit mit circa einem Viertel eines durchschnittlichen Arztlohns abgespeist werden oder anders: doppelte Leistung bei halber Honorierung.

Die Funktionsträger unserer zahllosen Berufsverbände und der 13 Kammern schweigen sich hierzu aus. Unter den gegebenen Umständen kann ich jungen Menschen keinesfalls empfehlen, den Beruf eines niedergelassenen Psychotherapeuten zu ergreifen, selbst falls wir ihnen unsere unter emotionalem und materiellem Engagement schwer erkämpften Praxen schenken sollten. Warum gewährleisten und finanzieren wir die psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung aus unserer Arbeitskraft, die gesetzlich den KVen obliegt?

Norbert Hallier, 23509 Lübeck

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