ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2016Asylpolitik: Zugang zu Gesundheitsleistungen gefordert

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Asylpolitik: Zugang zu Gesundheitsleistungen gefordert

Dtsch Arztebl 2016; 113(50): A-2292

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Eine Gesundheitskarte sollte es bundesweit für alle Flüchtlinge geben, fordert die Bundesärztekammer. Foto: dpa
Eine Gesundheitskarte sollte es bundesweit für alle Flüchtlinge geben, fordert die Bundes­ärzte­kammer. Foto: dpa

Geflüchtete müssen unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status den Zugang zu einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung erhalten. Das hat Dr. med. Ulrich Clever, Menschenrechtsbeauftragter der Bundes­ärzte­kammer und Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg, anlässlich des Tages der Menschenrechte gefordert. „Für uns Ärzte ist es bedeutungslos, woher ein Mensch kommt. Wir behandeln alle Menschen gleich. Das gilt gleichermaßen für Versicherte, Obdachlose und auch Migranten“, erklärte Clever. Es könne nicht sein, dass Menschen in Deutschland aus Angst vor Abschiebung oder wegen eines fehlenden Versicherungsschutzes gar nicht oder erst sehr spät einen Arzt aufsuchten. Krankheiten könnten sich verschlimmern oder sogar chronisch werden. Clever zufolge ist die bundesweite Einführung einer Gesundheitskarte für alle Geflüchteten notwendig. Er verlangte, dass die Einschränkungen des Asylbewerberleistungsgesetzes, nach denen bei Geflüchteten nur akute Erkrankungen, nicht aber chronische Beschwerden behandelt werden dürfen, aufgehoben werden. Clever verwies auf den Sozialpakt der Vereinten Nationen. Darin wird das Recht für jeden Menschen auf ein für ihn erreichbares Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit festgehalten. EB

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