ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1996Kooperation Deutsche Bahn und Stiftung Lesen: Reisezeit ist Lesezeit

VARIA: Feuilleton

Kooperation Deutsche Bahn und Stiftung Lesen: Reisezeit ist Lesezeit

Juds, Bernd

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LNSLNS Daß Heinz Dürr, Chef der Deutschen Bahn (DB), ein Prosastück von Stefan Nadolny öffentlich vorliest, ist ungewöhnlich. Wenn er es jetzt tut, tut er es für seine allerorten gepriesene, doch wenig benutzte Bundesbahn.
Im Berliner Literaturhaus in der Fasanenstraße gab es vor laufenden Kameras eine Premiere: DB und die "Stiftung Lesen" vereinbarten unter dem (keineswegs neuen) Slogan "Reisezeit ist Lesezeit" eine "Partnerschaft fürs Lesen". Diese Liaison soll Produkte wie "wissenschaftliche Veranstaltungen über die Bedeutung des Lesens im Multimedia-Zeitalter sowie populäre Projekte zur Leseförderung" zeitigen. Nur geübte Leser könnten im Zeitalter der Hochtechnologie mit Computern kreativ arbeiten, angesichts der Info-Schocks auf den Daten-Rennstrecken. DB-Mitarbeiter sowie Kunden müßten "zum Lesen ermuntert" werden.
Hilmar Hoffmann, Chef der "Stiftung Lesen", las eine Bahngeschichte von Peter Bichsel vor und beschwor die Informationsgesellschaft als "Stunde des Lesers". Als epochale Entdeckung verkündet man, das Bahnfahren sei die "leserfreundlichste Form des Reisens". Ergo sollen "Literarische Zugbegleiter" her. Das sind nicht etwa Autoren mit Schaffnerhut, sondern Druckwerke, die "auf Anschauenswertes links und rechts der (durchfahrenen) Bahnstrecken hinweisen". Man will "mit Goethe Hessen und Thüringen, mit Fontane die Mark Brandenburg entdecken" – und mit Heine das winterliche Deutschland. Bahnhöfe sollen "KulturTreffpunkte" werden. Ein jährlich zu vergebender Preis für besondere "Leseförderungs-Aktivitäten" wurde kreiert. Bernd Juds
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