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In ihrer Arbeit über „Wirksamkeit, Sicherheit und Anwendungsmöglichkeiten medizinischer Hypnose“ erinnern die Autoren dankenswerterweise an Verfahren, die seit Jahrzehnten aus dem Blick der Psychotherapie geraten sind (1). Bei solcher Rückschau kommt auch die „gestufte Aktivhypnose“ Ernst Kretschmers (1949) in den Blick (2). „Gestuft“ heißt, dass die Hypnoseübung von leichter Suggestion wie beim „autogenen Training“ (J. H. Schultz, 1960) bis zu einer mittelschweren hypnotischen Versenkung gestaffelt ist (3). Nach jeder Stufe werden aufgetretene Empfindungen und Vorstellungen erörtert. Darauf aufbauend folgen Hypnoseübungen. Der Patient wird angehalten, diese zumindest einmal täglich in Selbsthypnose durchzuführen.

Im Rahmen der „zweigleisigen Standardmethode“ wird diese Hypnoseübung mit einem sogenannten „analytischen Arbeitsgang“ verknüpft: Hierbei werden die Wesenszüge, welche der Patient mit der Psychotherapie erreichen will und ebenso die Wesenszüge, welche er verlieren möchte, erarbeitet. Dieser analytische Arbeitsgang zielt auf eine „formelhafte Vorsatzbildung“ hin. Diese beinhaltet einerseits die angestrebten Wesenszüge und ebenso in derselben Formel die Ignoranz (meist durch das Wort „gleichgültig“) gegenüber den zu verlierenden Wesenszügen. Die einen ebenso wie die anderen werden mit kennzeichnenden Worten verbunden, welche der Patient (und nicht der Therapeut) assoziativ benennen soll. Sodann wird diese formelhafte Vorsatzbildung durch Vorsprechen seitens des Therapeuten im Zustand der Hypnose des Patienten laut und suggestiv formuliert.

Die „zweigleisige Standardmethode“ ist also eine Form der Fremd- und auch der selbstinduzierten Hypnose in Verbindung mit einer Zielorientierung bezüglich des eigenen Erlebens und Verhaltens.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0022a

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Andreas Ploeger

Aachen

info@ploeger-neises.com

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Häuser W, Hagl M, Schmierer A, Hansen E: The efficacy, safety and applications of medical hypnosis—a systematic review of meta-analyses. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 289–96 VOLLTEXT
2.
Kretschmer E: Über gestufte aktive Hypnoseübungen und den Umbau der Hypnosetechnik. Dtsch Med Wschr 1946; 71: 281 CrossRef
3.
Schultz JH: Das autogene Training. Stuttgart: Thieme Verlag 1960.
1.Häuser W, Hagl M, Schmierer A, Hansen E: The efficacy, safety and applications of medical hypnosis—a systematic review of meta-analyses. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 289–96 VOLLTEXT
2.Kretschmer E: Über gestufte aktive Hypnoseübungen und den Umbau der Hypnosetechnik. Dtsch Med Wschr 1946; 71: 281 CrossRef
3.Schultz JH: Das autogene Training. Stuttgart: Thieme Verlag 1960.

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