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Ulrich Gottstein: Hohe Ziele und praktisches Wirken

Dtsch Arztebl 2017; 114(1-2): A-37 / B-33 / C-33

Jachertz, Norbert

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Ulrich Gottstein, Foto: privat
Ulrich Gottstein, Foto: privat

Es gab Jahre, in denen Prof. Dr. med. Ulrich Gottstein (90), wenn er für Frieden und Versöhnung über politische und ideologische Grenzen hinweg warb, belächelt, ja angefeindet wurde. Auch im Kollegenkreis. Man hielt ihn für blauäugig. Er hat sich gottlob nie irritieren lassen und schließlich sogar die organisierte Ärzteschaft überzeugt. Sie zeichnete ihn 2011 mit der Paracelsus-Medaille aus. Gottstein, der am 28. November 1926 in Stettin geboren wurde, hat den deutschen Zweig der International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) initiiert, mitbegründet, über Jahrzehnte inspiriert und international repräsentiert. Als die Organisation 1985 den Friedensnobelpreis erhielt, hielt unter anderem Gottstein eine Dankesrede im Osloer Rathaus. Auch mit seiner Hilfe verwandte sich die IPPNW über ihr ursprüngliches Anliegen hinaus schon früh für humanitäre Hilfen in Kriegsgebieten, so im früheren Jugoslawien und dem Irak.

Bei allem politischen Engagement blieb Gottstein seinem Arztberuf und seinem Fach, der Inneren Medizin, eng verbunden, sei es als Wissenschaftler, etwa in der Angiologie, sei es als Kliniker und Chefarzt in Frankfurt am Main, sei es als Palliativmediziner. Auf seine Initiative hin wurde 1996 in Frankfurt das Evangelische Hospital für Palliativmedizin mit 20 Betten eröffnet, damals die erste Einrichtung in Hessen und die dritte in Deutschland. Gottstein hat es verstanden, sich und anderen hohe Ziele zu setzen und diese zugleich höchst praktisch anzugehen. Getragen haben ihn dabei sein christlicher Glaube und die Überzeugung, dass der Arztberuf humanitär begründet ist. Norbert Jachertz

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