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Management in Praxis und Klinik: Hilfe für den Arbeitsalltag

Dtsch Arztebl 2017; 114(1-2): A-1 / B-1 / C-1

Maibach-Nagel, Egbert

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Egbert Maibach-Nagel, Chefredakteur
Egbert Maibach-Nagel, Chefredakteur

Wer seinen Beruf erlernt, um geliebt zu werden, studiert nicht Medizin. Er geht zur Feuerwehr. So hat es jedenfalls der Beamtenbund in seiner Berufs-Image-Befragung von 2015 festgehalten. Trotzdem ist das Medizinstudium auch in Sachen Beliebtheit keine schlechte Wahl: Die Ärzte stehen immer noch auf Rang 2 der bundesdeutschen Beliebtheitsskala. Und auch Sie selbst mögen Ihren Beruf: Nahezu jeder hält seine Arbeit für nützlich und sinnvoll, ist zufrieden und würde den Beruf jederzeit wieder ergreifen, wäre da nicht all das, was dem eigentlichen Berufsziel, dem Patienten helfen zu können, im Weg steht.

Geht es um das, was für die Behandlung der Patienten zur Verfügung steht, ist der ärztliche Berufsstand laut infas (2014) nur noch zu 40 Prozent positiv gestimmt. Mehr als 80 Prozent würden gern Verwaltungsarbeit delegieren. Im Schnitt verbringt jeder Arzt 15 Prozent seiner Arbeitszeit mit bürokratischem Aufwand. Weit über dreitausend gesetzliche Bestimmungen und Verordnungen rauben Zeit, die in Deutschlands Kliniken und Praxisniederlassungen für die Patienten fehlt. Auch wenn die ärztliche Selbstverwaltung den Bürokratie-Index in den letzten drei Jahren um über vier Prozentpunkte senken konnte: Die nichtmedizinischen Anteile der ärztlichen Arbeit strapazieren den Alltag. Und der Gesetzgeber lässt bisher nicht erkennen, dass er an dieser Situation aus eigenen Stücken drastisch etwas ändern will.

Ganz im Gegenteil: Die einzelnen Störfaktoren sind so miteinander verknüpft, dass viele Versuche, Bürokratie und Verwaltung aus dem Alltag zu verbannen, an anderen Stellen neue Probleme schaffen. Überbordende Bürokratie, Computersysteme, Formulare und umfassende Kontrollmechanismen schaffen ein Arbeitsumfeld, das Geld kostet und Zeit frisst.

Umso wichtiger sind Informationen, die Wege aus diesem Dilemma aufzeigen, die bekannt machen, wo andere aus dem Fach zeit- oder ressourcensparend ansetzen, um medizinischer Arbeit Raum und damit auch berufliche Zufriedenheit zu verschaffen.

Das Deutsche Ärzteblatt () wird – neben seinen bekannten Informationssäulen Gesundheitspolitik und Medizin – künftig auch in dieser zusätzlichen Rubrik Beiträge leisten, die Wissen sammeln und Nützliches darstellen, die für das immer komplexere Unternehmen „Medizin“ heute leider mehr denn je gebraucht werden.

Ob in der Zeitschrift selbst, digital ergänzt oder sukzessive zum Archiv ausgebaut: Know-how aus nicht originär medizinischen Handlungsfeldern wird künftig im aufzeigen, wie Ärzte und ihre Teams Freiraum, dadurch hoffentlich auch Kraft für das eigentliche medizinische Handeln gewinnen können.

Das redaktionelle Rezept ist dabei, Perspektiven aufzustellen, Tipps, Tricks und nutzwertiges Wissen für Nichtfachleute zu bieten, sukzessive Handlungshilfen in unterschiedlichen Bereichen aufzubauen, letztlich Rat zu geben, wie man die Unternehmensaufgaben in Klinik und Praxis besser bewältigt. Ähnlich wie beim GOÄ-Ratgeber, der in bewährter Manier fortgesetzt wird, sollen auch in anderen Themenfeldern Kompendien archivgepflegt alltagstauglich aufbereitet werden.

Das ist eines unserer Ziele für das noch taufrische 2017. Die -Redaktion wünscht Ihnen, Ihren Familien und Ihren Teams viel Kraft und ein ebenso gesundes und zufriedenstellendes wie erfolgreiches Jahr.

Egbert Maibach-Nagel
Chefredakteur

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