ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2017Autopsie: Nicht alles geht virtuell
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Sektionen dienen nicht nur der Erforschung von Krankheiten, sondern auch der Ausbildung, dieser Aspekt wird zunehmend vernachlässigt. Als junge Assistenzärzte in der Herzchirurgie in Aachen waren wir regelmäßig mit unserem Professor in der Pathologie, um uns komplexe Herzfehler erklären zu lassen, deren Korrektur nicht gelungen war. Ohne diese sorgfältige Nachbereitung hätte ich die komplizierte Anatomie mancher Vitien nie verstanden. Auch als Oberarzt und Chefarzt habe ich immer eine Obduktion angestrebt und mir an der Leiche erklären lassen, warum der Patient nicht überlebt hat. In den letzten Jahren jedoch wurden Sektionsanträge regelmäßig abgelehnt, zuletzt mit dem Argument, der letzte Sektionsgehilfe, vulgo Patho-Pfleger, der noch „Sektionen konnte“, sei in Rente gegangen. Es geht eben nicht alles virtuell. Chirurgie ist ein Handwerk, da muss man anfassen können.”

Dr. med. Harald Zeplin, 74177 Bad Friedrichshall

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