ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2017Samenspende: Recht auf Auskunft festgeschrieben

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Samenspende: Recht auf Auskunft festgeschrieben

Maybaum, Thorsten; EB

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Wer durch eine künstliche Befruchtung gezeugt wurde, soll wissen dürfen, wer der Vater ist. Foto: dpa
Wer durch eine künstliche Befruchtung gezeugt wurde, soll wissen dürfen, wer der Vater ist. Foto: dpa

Kinder, die durch eine Samenspende gezeugt wurden, haben ein Recht darauf, ihre Abstammung zu erfahren. Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der dies regeln soll. Ziel des Gesetzes sei es, das Recht von Kindern auf Kenntnis ihrer Herkunft zu stärken und für den Schutz der gespeicherten persönlichen Daten zu sorgen, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) will mit dem Gesetz ein Register für Samenspender aufbauen, über das Kinder aus künstlicher Befruchtung die Identität ihres leiblichen Vaters erfahren können. Hat der oder die Betroffene das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet, kann der Anspruch durch den gesetzlichen Vertreter geltend gemacht werden. Zu jeder Samenspende sollen Samenbanken künftig Namen und Vornamen sowie Geburtstag, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Anschrift des Spenders aufnehmen. Nach dem Gesetzentwurf hat nur das Kind das Recht, die Daten zu erfahren. Geschieht dies, soll auch der Samenspender darüber informiert werden. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln soll ein bundesweites Register aufbauen. In diesem Register sollen die personenbezogenen Angaben von Samenspendern und Empfängerinnen einer Samenspende in Zukunft für die Dauer von 110 Jahren gespeichert. Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Es soll in der zweiten Jahreshälfte 2018 in Kraft treten. may/EB

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