ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2017Amtliche Gebührenordnung für Ärzte

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Amtliche Gebührenordnung für Ärzte

PP 16, Ausgabe Januar 2017, Seite 41

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Bekanntmachungen

Auslegungsbeschluss der Bundes­ärzte­kammer
zur Abrechnung der Nr. 801 GOÄ

Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hat in seiner 13. Sitzung (Wahlperiode 2011/2015) am 26. August 2016 nachfolgenden – vom Ausschuss Gebührenordnung der Bundes­ärzte­kammer in seiner 4. Sitzung (Wahlperiode 2011/2015) am 10. Mai 2016 befürworteten – Auslegungsbeschluss als Abrechnungsempfehlung verabschiedet:

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Nr. 801 GOÄ

Eingehende psychiatrische Untersuchung – ggf. unter Einschaltung der Bezugs- und/oder Kontaktperson – 250 Punkte – Gebühr beim 1,0fachen Gebührensatz: 14,57 €

Leistungsinhalt der Nr. 801 GOÄ ist eine eingehende psychiatrische Untersuchung, nicht ein umfassender oder gar vollständiger psychopathologischer Befund. Durch die eingehende psychiatrische Untersuchung sollen die wesentlichen Kernbereiche der psychopathologischen Symptomatik in hinreichendem Detaillierungsgrad erfasst werden. In der Regel beinhaltet eine eingehende psychiatrische Untersuchung eine Befundung der Teilbereiche Bewusstsein und Orientierung, Affekt, Antrieb, Wahrnehmung, inhaltliches und formales Denken, Ich-Störungen sowie wesentliche kognitiv-mnestische Funktionen.

Die Berechtigung einer Abrechnung der Nr. 801 GOÄ kann nicht an das resultierende Ergebnis der Untersuchung gebunden werden; entscheidend ist vielmehr der Untersuchungsanlass. Es existieren keine formalen zeitlichen Beschränkungen zur Häufigkeit des Ansatzes der Nr. 801 GOÄ, weder pro Behandlungsfall noch pro Quartal; entscheidend ist allein die medizinische Notwendigkeit.

Eine psychiatrische Untersuchung nach Nr. 801 GOÄ ist nicht nur vor Behandlungsbeginn für die Diagnosestellung erforderlich, sondern kann auch für die Befunderhebung im Krankheitsverlauf und zur Therapieplanung gegebenenfalls wiederholt im Rahmen einer psychiatrischen Behandlung medizinisch notwendig sein.

In einer speziellen Abrechnungsbestimmung zur Nr. 801 GOÄ ist festgelegt, dass neben dieser Leistung die Leistungen nach den Nrn. 4, 8, 715 – 718, 825, 826, 830 und 1400 GOÄ nicht berechnungsfähig sind. Eine Nebeneinanderabrechnung mit den Nrn. 804 bzw. 806 GOÄ für psychiatrische Gesprächsleistungen ist in dieser Abrechnungsbestimmung explizit nicht ausgeschlossen.

Eine Nebeneinanderabrechnung der diagnostischen Leistung nach Nr. 801 GOÄ mit den Behandlungsleistungen nach Nrn. 804 bzw. 806 GOÄ ist möglich, sofern neben den betreffenden Gesprächsleistungen auch eine eingehende psychiatrische Untersuchung durchgeführt wird.

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