ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2017Großbritannien: Mehr Selbstverletzungen bei Jugendlichen

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Großbritannien: Mehr Selbstverletzungen bei Jugendlichen

PP 16, Ausgabe Januar 2017, Seite 5

KNA

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Immer mehr Jugendliche in England und Wales verletzen sich selbst, um psychischen Druck zu kompensieren. Wie britische Medien heute unter Berufung auf die Nationale Gesellschaft zur Vorbeugung von Kindesmisshandlung (NSPCC) berichteten, mussten im vergangenen Jahr 18 788 Kinder und Jugendliche in Krankenhäusern wegen Verletzungen behandelt werden, die sie sich bewusst selbst zugefügt hatten. Dies sei ein „beängstigender“ Anstieg von 2 400 Fällen oder 14 Prozent im Verlauf der vergangenen drei Jahre.

Viele Jugendliche „ritzen“, um psychischen Druck zu kompensieren. Foto: picture alliance
Viele Jugendliche „ritzen“, um psychischen Druck zu kompensieren. Foto: picture alliance

Die Kinderschutzorganisation machte auch die sozialen Medien für den Anstieg der Selbstverletzungen verantwortlich. Jugendliche hätten „zunehmend mit dem Druck und den Ansprüchen des modernen Lebens zu kämpfen“, sagte der NSPCC-Vorsitzende Peter Wanless. Hier werde ihnen das „oft unrealistische Bild“ vermittelt, ein perfektes Leben führen zu müssen. Mit Selbstverbrennungen, Tablettenüberdosierungen und dem sogenannten „Ritzen“ würden die Jugendlichen ein Ventil für „unverarbeitete Gefühle, Spannungen und Sorgen“ suchen. Es sei essenziell, der Tatsache ins Auge zu schauen, dass man in einer „Nation mit zutiefst unglücklichen Kindern“ lebe, die dringend Hilfe bräuchten, so Wanless weiter.

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Selbstverletzungen unter Kindern hätten mittlerweile „epidemisches Ausmaß erreicht“, warnt auch die Präsidentin der Kindernotruforganisation Childline, Dame Esther Rantzen. Im Schnitt würden täglich 50 Kinder und Jugendliche mit der Beratungsstelle wegen Selbstverletzungen Kontakt aufnehmen. kna

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