ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2017Kulturkalender: Menschliche Spurensicherung

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Kulturkalender: Menschliche Spurensicherung

PP 16, Ausgabe Januar 2017, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Aschaffenburg

Bis 5. März:

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A. R. Penck

Sein internationaler Durchbruch gelang A. R. Penck 1972 durch die Teilnahme an der Documenta 5. Allerdings verwehrte ihm die DDR die Reise nach Kassel. 1980 übersiedelte er dann ganz in die Bundesrepublik. Für seine Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen und großformatigen Bilder entwickelte er ein Zeichensystem mit Symbolcharakter, das an stilisierte prähistorische Felsbilder erinnert (Bild: „Perry Rodan I“, 1996, Seriografie). Konsequent gab sich der 1939 in Dresden als Ralf Winkler geborene Maler, Grafiker und Bildhauer sein Pseudonym – eine Hommage an den berühmten Geologen Albrecht Penck (1858–1945) und dessen naturwissenschaftlichen Anspruch, den er auf sein künstlerisches Schaffen übertrug. Gezeigt werden wichtige Stationen aus seinem Œuvre.

Kunsthalle Jesuitenkirche, Pfaffengasse 26,
Di. 14–20, Mi.–So. 10–20 Uhr

BERLIN

Bis 5. März:

Robert Doisneau

Wer kennt nicht die Foto-Ikone „Le Baiser de l’Hôtel de Ville“, das Bild eines sich küssenden Paars vor einem Straßencafé in der Rue de Rivoli in Paris? Robert Doisneau (1912–1994) machte die Aufnahme im März 1950 und wurde damit weltberühmt. Der Bildjournalist arbeitete für Magazine wie Vogue, Paris Match und Life und durchstreifte in der Freizeit mit seiner Rolleiflex die französische Metropole, um Häuser, Innenräume, Quais, spielende Kinder, Passanten und Alltagsmomente festzuhalten. Die Ausstellung gibt mit rund 100 Arbeiten Einblick in sein künstlerisch und handwerklich anspruchsvolles Werk.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7,
tgl. (außer Di.) 10–19 Uhr

CHEMNITZ

Bis 12. März:

Revolutionär! Russische Avantgarde

Anfang des 20. Jahrhunderts erschütterten Revolutionen, Krieg und Bürgerkrieg das alte Zarenreich. Zugleich wagte eine junge Künstlergeneration einen ästhetischen und visionären Aufbruch. Zum 100-jährigen Jubiläum der russischen Revolution demonstrieren rund 400 Arbeiten von 110 Künstlern aus der Sammlung Vladimir Tsarenkov die ästhetische Revolte und die sozialutopischen Ziele der Kunst zwischen 1907 und 1930.

Kunstsammlungen Chemnitz, Theaterplatz 1,
Di.–So. 11–18 Uhr

FRANKFURT

Bis 19. März:

Geschlechterkampf

Die spannungsgeladene Beziehung zwischen Mann und Frau und deren Darstellung in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film seit Mitte des 19. Jahrhunderts analysiert die große Überblicksschau. Von den mythologischen Darstellungen Gustave Moreaus und Lovis Corinths über die Inszenierungen von Sexualität etwa eines Félicien Rops bis hin zu den fantastischen Bildfindungen des Surrealismus um André Breton und Max Ernst machen mehr als 150 Werke deutlich, dass das Hinterfragen von Konstruktionen männlicher und weiblicher Identität bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Städel Museum, Schaumainkai 63,
Di./Mi./Sa./So. 10–18, Do./Fr. 10–21 Uhr

KÖLN

Bis 14. August:

Über das Individuum

Ausgehend von der spätmittelalterlichen Werkgruppe der „Vier Gekrönten“ des Kölner Bildhauers Konrad Kuyn reflektiert die Ausstellung über den Begriff des Individuums und seine aktuellen Beschränkungen. Was prägt das Individuum und was bestimmt sein Handeln? Welche Bedeutung haben Kultur und Sprache, reale Existenzbedingungen und soziale Kontexte, Vernunft und Wille, Bildung und Glaube? Zu sehen sind Werke des 5. bis 21. Jahrhunderts von rund 35 Künstlern, darunter Anna und Bernhard Blume, Jannis Kounellis, Stefan Lochner und Richard Serra. Chris Newman und Martin Assig sind mit Künstlerräumen vertreten.

Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln,
Kolumbastr. 4, tgl. (außer Di.) 12–17 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

„Portraits of a State of Mind“

Foto: Courtesy of the artist and the Cartin Coll
Foto: Courtesy of the artist and the Cartin Coll

Martin Wilner ist ein New Yorker Psychoanalytiker und Künstler. Seine filigranen Tuschezeichnungen, mit denen er seine psychiatrische Arbeit und Situationen aus seinem Lebensumfeld thematisiert, sind vor allem in US-Sammlungen wie dem Whitney Museum of American Art vertreten, aber einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Das Londoner Freud Museum widmet ihm nun seine erste Soloausstellung. Im Zentrum stehen Wilners „Fallgeschichten“ (Bild: Ausschnitt aus „Case Histories: 2 Feb 2012 Darren Aronofsky“, 2012): Seit 2012 lud er zahlreiche Personen wie den Filmregisseur Darren Aronofsky („Black Swan“) einen Monat lang zu einem täglichen Briefwechsel ein. Die Texte und seine analytischen Assoziationen dazu visualisierte Wilner und kreierte daraus zum Ende des Monats jeweils eine zeichnerische Collage – eine originelle Serie, die er als „Porträts eines Geisteszustands“ bezeichnet.

„Martin Wilner – The Case Histories“, Freud Museum London, 20 Maresfield Gardens, London, www.freud.org.uk, Mi.–So. 12–17 Uhr (bis 19. Februar 2017)

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