ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2017Ralph Hertwig: Experte für menschliches Entscheiden

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Ralph Hertwig: Experte für menschliches Entscheiden

Spielberg, Petra

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Ralph Hertwig. Foto: TEMPUS CORPORATE GmbH/Bernhard Ludewig
Ralph Hertwig. Foto: TEMPUS CORPORATE GmbH/Bernhard Ludewig

Der Kognitionspsychologe Prof. Dr. rer. soc. Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs „Adaptive Rationalität“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, ist einer der diesjährigen Preisträger des renommierten Leibniz-Preises. Hertwig erforscht, mit welchen Strategien Menschen trotz begrenzten Wissens, begrenzter kognitiver Ressourcen und oft begrenzter Zeit gute Entscheidungen treffen und ihr Handeln organisieren. Wesentlich ist dabei die Einsicht, dass einfache Faustregeln zur Problemlösung in einer unsicheren Welt ebenso wirksam sein können wie komplexe Optimierungsmodelle.

Ein weiterer bedeutender Beitrag des 53-Jährigen ist die Unterscheidung zwischen erfahrungsbasierten und beschreibungsbasierten Einschätzungen von Risiken. So werden etwa die Konsequenzen des Klimawandels in der Bevölkerung systematisch unterschätzt, weil zwar zur Beschreibung des Problems umfassende Informationen vorliegen, eigene Erfahrungen hingegen kaum. In seinem Forschungsbereich analysiert Hertwig ferner, wie man Ärzten, Patienten und Angehörigen helfen kann, schwierige medizinische Entscheidungen zu treffen. Der Psychologe ist seit 2012 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Er begann seine wissenschaftliche Laufbahn 1995 am Max-Planck-Institut für Psychologische Forschung in München. 2003 habilitierte er sich und erhielt 2005 einen Ruf als Professor für Kognitionswissenschaft und Entscheidungspsychologie an der Universität Basel, von wo er nach Berlin wechselte. Petra Spielberg

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