ArchivDeutsches Ärzteblatt33/1999Rauchen während der Schwangerschaft: Neue Erkenntnisse zum Einfluß auf den Fetus und das neugeborene Kind

MEDIZIN: Aktuell

Rauchen während der Schwangerschaft: Neue Erkenntnisse zum Einfluß auf den Fetus und das neugeborene Kind

Dtsch Arztebl 1999; 96(33): A-2080 / B-1762 / C-1658

Lackmann, Gerd-Michael; Salzberger, Ulrich; Hecht, Stephen S.; Töllner, Uwe

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft beeinflußt den Fetus und das neugeborene Kind negativ. Als gesichert gilt heute ein erhöhtes Risiko spontaner Aborte, vorzeitiger Plazentalösungen und einer intrauterinen Dystrophie. Der Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen und der Entwicklung kindlicher Krebserkrankungen wird hingegen noch immer kontrovers diskutiert. Neue Erkenntnisse haben diesbezüglich jedoch einen wissenschaftlichen Durchbruch erbracht, der eine neue Bewertung mütterlichen Rauchens notwendig macht. Wir geben eine Übersicht neuer Erkenntnisse, wobei insbesondere der Nachweis tabakspezifischer Karzinogene im Urin von Neugeborenen rauchender Mütter Beachtung findet. Damit ist es nämlich gelungen, das biologisch-toxikologische Bindeglied zu neuesten Entdeckungen aus dem vergangenen Jahr herzustellen, die charakteristische Mutationen im HPRT-Gen von T-Lymphozyten bei Neugeborenen passivrauchender Mütter haben nachweisen können. Die pränatale Aufnahme relevanter Mengen erwiesenermaßen transplazentar wirksamer Karzinogene läßt erhebliche toxikologische Konsequenzen erwarten.
Schlüsselwörter: Tabakspezifische Karzinogene, Rauchen, Schwangerschaft, Karzinogenese, Neugeborenes

Smoking During Pregnancy
Today maternal smoking is regarded as a risk factor for spontaneous abortion, placental abruption and intrauterine dystrophy of the fetus. In contrast, the correlation between maternal smoking and the development of childhood cancer is still under discussion. New data require a reassessment of the medical importance of maternal smoking.The detection of tobacco-derived carcinogens in the urine of neonates born to smoking mothers should receive special attention. These findings present the link to recent discoveries that show mutations in the HPRT gene in cord blood T-lymphocytes associated with passive maternal smoking. Prenatal uptake of toxicologically relevant amounts of transplacental carcinogens is expected to have serious adverse sequelae on the fetus.
Key words: Tobacco-specific carcinogen, smoking, pregnancy, carciogenesis, newborn


Die Folgen des Tabakkonsums, insbesondere des Zigarettenrauchens, gelten heutzutage in den meisten industrialisierten Staaten als die führende vermeidbare Todesursache (48). Nach Erhebungen des Centers of Disease Control mußten von 1990 bis 1994 in den USA insgesamt über 2 Millionen Todesfälle, ein Drittel davon bei Frauen, dem Konsum von Tabakprodukten zugeschrieben werden (14). Das entspricht knapp 20 Prozent aller Todesfälle in diesem Zeitraum. An erster Stelle der zugrunde liegenden Erkrankungen stehen beim Erwachsenen das Bronchialkarzinom, gefolgt von der koronaren Herzkrankheit und den chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen.
Bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts galt Rauchen für Frauen als sozial unakzeptabel. Nur schätzungsweise zwei Prozent aller Frauen rauchte zu dieser Zeit (28). Mit progredienter Umwerbung der Zielgruppe "Frau" durch die Tabakindustrie sowie im Rahmen der Emanzipationswelle mußte vor allem bei jüngeren, im Berufsleben stehenden Frauen ein deutlicher Anstieg des Zigarettenkonsums verzeichnet werden. Ihr Anteil liegt heute in manchen Ländern mit 30 Prozent höher als bei Männern vergleichbaren Alters (23). Im Rahmen dieser Entwicklung zeichnete sich innerhalb der letzten 20 Jahre dann auch zunehmend ab, daß passive Tabakrauchexposition nicht erst bei Erwachsenen, sondern auch bereits im Mutterleib beim Fetus, später dann bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern einen entscheidenden Faktor aktueller und verzögerter Morbidität und Mortalität darstellt (3).
Bereits 1992 erklärte die amerikanische Umweltbehörde Passivrauchen, im Englischen treffender "environmental tobacco smoke", zu einem humanen Karzinogen der Klasse A, das heißt einer Stoffgruppe mit nachgewiesener Karzinogenität beim Menschen (23). Diese Einschätzung stellt gerade für Kinder aufgrund der engen häuslichen und persönlichen Bindung und Abhängigkeit von den Eltern ein erhebliches Problem dar und erlangt besondere Bedeutung für den Fetus, der aufgrund der fetomaternalen Einheit und dem transplazentaren Stoffaustausch sozusagen als Passivraucher par excellence zu werten ist (48). Trotz dieser Erkenntnisse beenden nur knapp 40 Prozent aller Schwangeren das Rauchen (26) und es wird geschätzt, daß allein in den USA jährlich rund 1,5 Millionen Kinder bereits intrauterin den schädigenden Einflüssen des Zigarettenrauchens ausgesetzt sind (11).
Allgemeine Wirkungen
Erste Berichte über negative Auswirkungen mütterlichen Rauchens auf den Fetus und das neugeborene Kind stammen aus dem Jahre 1957, als erstmals der Zusammenhang zwischen Frühgeburtlichkeit und mütterlichem Rauchen während der Schwangerschaft beschrieben wurde (52). Wenngleich diese Assoziation noch immer kontrovers diskutiert wird, und gerade größere epidemiologische Untersuchungen aus den USA bei Raucherinnen allenfalls eine geringfügig verkürzte Schwangerschaftsdauer ohne per definitionem erhöhte Inzidenz der Frühgeburtlichkeit haben nachweisen können (22), gelten heutzutage vor allen Dingen drei Komplikationen beziehungsweise Folgeschäden als gesichert: a) Eine höhere Inzidenz spontaner Aborte (33), wobei das relative Risiko mit zunehmendem Alter der Mütter ansteigt (17), und das Gesamtrisiko signifikant mit der Zahl gerauchter Zigaretten pro Tag korreliert (22). b) Eine intrauterine Dystrophie (56), die ebenfalls eine deutliche Dosisabhängigkeit sowie eine Zunahme der Problematik mit steigendem Alter der Mütter aufweist (1, 10, 44, 58).
c) Eine um 20 bis 30 Prozent erhöhte Häufigkeit einer Placenta praevia und einer vorzeitigen Plazentalösung (5).
Neben diesen Einzelproblemen ist auch die perinatale Gesamtmortalität (Summe der Tod- und Lebendgeborenen, die während der ersten sieben Lebenstage versterben) bei Kindern rauchender Mütter deutlich erhöht (42). Das Mortalitätsrisiko steigt dabei dosisabhängig um 25 Prozent bis 50 Prozent an (38). Ob und inwieweit väterliches Rauchen beziehungsweise mütterliches Passivrauchen während der Schwangerschaft in diesem Zusammenhang einen schädigenden Einfluß auf den Fetus ausübt, wird nach wie vor kontrovers diskutiert (15). Andererseits häufen sich Hinweise darauf, daß gerade mütterliches Passivrauchen mit einer erhöhten Inzidenz kindlicher Krebserkrankungen verbunden ist.
Transplazentare Karzinogene
Während die oben beschriebenen allgemeinen Auswirkungen mütterlichen Rauchens auf den Fetus als gesichert angesehen werden können, herrscht weitestgehende Unklarheit über Art, Umfang und die Bedeutung der transplazentaren Übertragung von kanzerogenen Substanzen im allgemeinen und tabakspezifischen Karzinogenen im speziellen. Ältere Untersuchungen konnten Hämoglobinverbindungen mit dem Kanzerogen 4Aminobiphenyl (46) sowie DNA-Addukte mit den Kanzerogenen Benz[a]pyren (43), O6-Methyldeoxyguanosin (27) und 8-Oxodeoxyguanosin (20) im fetalen Blut nachweisen. Dabei zeigten jedoch lediglich die 4Aminobiphenylverbindungen eine positive Korrelation mit dem mütterlichen Zigarettenkonsum, wobei gerade diese Kanzerogene andererseits nicht tabakspezifisch sind (20).
Die im Tabak vorkommenden Alkaloide Nikotin, Nornikotin und Anabasin sind sekundäre beziehungsweise tertiäre Amine, die durch N-Nitrosierung sogenannte Nitrosamine bilden (45). Dabei enthalten grüne Tabakpflanzen kaum Nitrosamine. Der größte Teil entsteht erst durch die jeweilige Verarbeitungsmethode beziehungsweise durch Pyrosynthese bei dem Verbrennen von Tabak (2, 8). Im Jahr 1974 gelang Hoffmann und Mitarbeitern erstmals die Isolierung von N’-Nitrosonornikotin (NNN), einem tabakspezifischen kanzerogenen Nitrosamin, zunächst aus Tabak, später auch aus Zigarettenrauch (34). Vier Jahre später konnten Hecht und Mitarbeiter 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-Pyridyl)1-Butanon (NNK, Nicotine-derived Nitrosamino Ketone) im Tabak nachweisen (31). Die Grafik gibt den entsprechenden Abbauweg des Nikotins beziehungsweise des NNK im menschlichen Organismus wieder. Insgesamt gelang es im Laufe der Jahre, sieben tabakspezifische Nitrosamine zu isolieren, wobei NNN, NNK und dessen Hauptmetabolit im menschlichen Organismus, 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-Pyridyl)1-Butanol (NNAL), im Tierexperiment starke Karzinogene darstellen. NNK und NNAL sind dabei hochpotente, auch transplazentar wirksame Karzinogene, die bei Hamstern und Mäusen in geringster Dosierung verschiedenartige Tumore des Respirationstrakts, des Pankreas (signifikant verstärkt bei gleichzeitigem Äthanolkonsum) und der Nebennieren hervorrufen (4, 49, 50). Darüber hinaus scheint NNK eine entscheidende Rolle bei der Induktion des Bronchialkarzinoms aktiver Raucher zu spielen (32).
Ebenfalls der Arbeitsgruppe um Stephen Hecht gelang es 1993 erstmals, NNK und NNAL im Urin von zunächst erwachsenen Aktivrauchern, später auch von Passivrauchern nachzuweisen (12, 30). Ausgehend von der Vorstellung des Fetus als einen Passivraucher par excellence untersuchten wir in der Folge den Urin von Neugeborenen rauchender Mütter auf diese tabakspezifischen Karzinogene (Tabelle). Dabei fanden wir nach Durchführung einer Pilotstudie (39) bei Neugeborenen rauchender Mütter in 71 Prozent der Fälle einen positiven Nachweis von NNAL beziehungsweise dessen Hauptmetabolit im menschlichen Organismus, NNAL-Glucuronid (NNAL-Gluc), während bei Neugeborenen nichtrauchender Mütter in keinem Fall eine dieser Substanzen nachgewiesen werden konnte (40, 41). Dabei korrelierte die NNAL-GlucKonzentration signifikant mit der Anzahl während der Schwangerschaft pro Tag gerauchter Zigaretten.
Diskussion
Die Ergebnisse unserer Arbeitsgruppe demonstrieren eindeutig den Nachweis der beiden NNK-Metabolite NNAL und NNAL-Gluc im Urin von Neugeborenen rauchender Mütter. Dabei handelt es sich um den ersten Nachweis der fetalen Aufnahme eines transplazentaren tabakspezifischen Karzinogens und/ oder seiner Metabolite bei Rauchern. 4-Aminobiphenyl, das einzige weitere Karzinogen, dessen Aufnahme durch den Fetus bei mütterlichem Rauchen bewiesen ist, stellt kein transplazentar wirksames Karzinogen dar (21).
Dabei sind zwei Übertragungs- und Metabolisierungswege dieser tabakspezifischen Karzinogene denkbar: Erstens die fetale Aufnahme von NNK oder NNAL und Verstoffwechselung dieser Substanzen zu NNAL beziehungsweise NNAL-Gluc durch den Fetus; oder zweitens die Metabolisierung von NNK zu NNAL und NNAL zu NNAL-Gluc durch die Mutter und Übertragung der Endprodukte auf den Fetus. Tierexperimentelle Untersuchungen konnten zeigen, daß NNK und NNAL transplazentar auf den Fetus übertragen werden (4, 6, 19, 49, 50). Auch wenn es bislang keine Untersuchungen über den fetalen Metabolismus von NNAL zu NNAL-Gluc gibt, so sind doch bereits in der fetalen Leber entsprechende UDP-Glucuronyltransferasen ausgebildet (9).
Darüber hinaus ist, in Analogie zu Untersuchungen über Retinoinsäure (18), die transplazentare Übertragung von NNAL-Gluc unwahrscheinlicher als die von NNAL, so daß wir im Fall einer ausschließlichen Übertragung von NNAL-Gluc von der Mutter auf den Fetus ein niedrigeres Verhältnis von NNAL-Gluc zu NNAL erwarten würden, als bei Probanden, die diese Substanzen direkt aufnehmen. Das Verhältnis von NNAL-Gluc zu NNAL beträgt bei Neugeborenen 3,5 ± 1,3 (40, 41), ein Wert, der dem erwachsener Raucher entspricht (3,7 ± 2,2) (13). Somit liegt nahe, daß NNK und/oder NNAL transplazentar auf den Fetus übertragen und von diesem zu NNAL beziehungsweise NNAL-Gluc verstoffwechselt werden. Die Tabelle gibt eine vergleichende Übersicht der Konzentrationen von NNAL plus NNAL-Gluc bei aktiven Rauchern, Passivrauchern und Neugeborenen rauchender Mütter wieder. Daraus wird ersichtlich, daß die Konzentrationen dieser Substanzen bei Neugeborenen rauchender Mütter eine Größenordnung von fünf bis zehn Prozent der Konzentrationen aktiver Raucher erreichen und damit sogar deutlich höher liegen als bei erwachsenen Passivrauchern.
Diese Erkenntnisse sind unter zwei Gesichtspunkten von besonderem, aktuellem Interesse: Zum einen gibt es in der internationalen Literatur bislang nur wenige Arbeiten, die sich erfolgreich mit dem Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen während der Schwangerschaft und der Inzidenz maligner Erkrankungen bei den Nachkommen im späteren Leben befassen. Ein Hauptproblem ist dabei die schier unmögliche Trennung zwischen den potentiellen Folgen prä- und postnataler Tabakrauch- beziehungsweise Karzinogenexposition. Epidemiologische Untersuchungen erbrachten demzufolge sehr unterschiedliche Resultate. Während ältere Arbeiten bei Kindern rauchender Mütter ein zum Teil statistisch signifikant erhöhtes Risiko für die spätere Entwicklung insbesondere hämatologisch-onkologischer Systemerkrankungen fanden (24, 55), konnten zwei neuere Metaanalysen entsprechender epidemiologischer Untersuchungen diesen Trend nicht bestätigen (53, 57). Auch neueste Erhebungen für Deutschland konnten keinen Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen und dem Auftreten kindlicher Leukämieerkrankungen nachweisen (37). Der in diesem Bericht beschriebene umgekehrte, sozusagen protektive Effekt mütterlichen Rauchens macht gleichzeitig die Schwierigkeiten solcher epidemiologischer Erhebungen deutlich. Auf der anderen Seite häufen sich aber in den vergangenen Jahren Hinweise darauf, daß mütterliches Passivrauchen durchaus mit einer erhöhten Inzidenz kindlicher Krebserkrankungen, insbesondere Leukämien und Lymphomen, verbunden ist (36, 51, 53), wobei es bislang keine biologisch-pathologisch plausible Erklärung für diesen Befund gab.
Zum anderen gelang Finette und Mitarbeitern 1998 erstmals der Nachweis charakteristischer Mutationen im HPRT-Gen von T-Lymphozyten bei Neugeborenen passivrauchender Mütter, die mit entsprechenden Veränderungen in diesem Gen bei kindlichen Leukämien und Lymphomen übereinstimmen (25). Tabakspezifische Karzinogene führen unter anderem zu einer Hypomethylierung des Östrogen-Rezeptor-Gens und CYP2E1-Promotorgenregionen in Lungentumoren, sowohl im Tierexperiment als auch beim Menschen (7, 35). Diese Hypomethylierung wird, im Fall von HPRT-Deletionen, von der VDJ-Rekombinase vermittelt, einem Enzymsystem, das genetische Rearrangements in solchen Genregionen bewirkt, die die Entstehung von genetischen Variationen im T-ZellRezeptor und den Immunglobulinen, und damit die vielfältige Antigenerkennung des Immunsystems möglich machen (25). Eine Hypomethylierung des Genoms sich aktiv replizierender T-Lymphozyten würde daher zu einem Anstieg der VDJ-Rekombinaseaktivität in diesen Zellen führen, ein Phänomen, das nun von Finette und Mitarbeitern nachgewiesen werden konnte. Darüber hinaus wurden VDJ-Rekombinase-vermittelte Mutationen bereits früher mit genetischen Veränderungen bei kindlichen Leukämien assoziiert (16, 29). Der Nachweis transplazentarer tabakspezifischer Karzinogene bei Neugeborenen rauchender Mütter stellt nun das Bindeglied dar, daß eine biologisch plausible Erklärung der Entdeckungen von Finette und Mitarbeitern ermöglicht (54).
Vor diesem Hintergrund läßt die Aufnahme pharmakologisch-toxikologisch relevanter Mengen erwiesenermaßen transplazentar wirksamer Karzinogene erhebliche toxikologische Konsequenzen erwarten. Die meisten Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, setzen dieses Verhalten auch nach der Geburt des Kindes fort, so daß der bereits intrauterin belastete kindliche Organismus auch postnatal weiterhin den Karzinogenen des Tabakrauchs ausgesetzt bleibt. Das stellt ein potentiell inakzeptables Risiko dar, und diese neuen Erkenntnisse und Hypothesen sollten unter anderem dazu beitragen, die leidige Diskussion um mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft auf eine argumentativ noch bessere Basis zu stellen.


Zitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 1999; 96: A-2080-2083
[Heft 33]
Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über die Internetseiten (unter http://www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.


Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Gerd-Michael Lackmann
Zentrum für Kinderheilkunde
Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
40225 Düsseldorf


Beispiel einer aktuellen Tabakwerbung


Abbauweg des Nikotins und Entstehung tabakspezifischer Karzinogene im menschlichen Organismus (31)


Tabelle
Vergleichende Übersicht der Konzentrationen von NNAL plus NNAL-Gluc im Urin
Konzentration tabak spezifischer Karzinogene
(NNAL plus NNAL-Gluc;
pmol/ml Urin)
Aktive Raucher
(nach Stephen Hecht,
persönliche Mitteilung
1998) 19 6 1,1
Passivraucher (47) 0,059 6 0,028
3,1%*
Neugeborene rauchender 0,19 6 0,14
Mütter (40, 41) 10%*
? Die Angaben geben den Prozentsatz der Konzentration im Vergleich zu der aktiver Raucher wieder.
?

1.Abell TD, Baker LC, Ramsey CN: The effects of maternal smoking on infant birth weight. Fam Med 1991; 23: 103-107.
2.Adams JD, Lee SJ, Vinchkoski N, Castonguay A, Hoffmann D: On the formation of the tobacco-specific carcinogen 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone during smoking. Cancer Lett 1983; 17: 339-346.
3.Aligne CA, Stoddard JJ: Tobacco and children: An economic evaluation of the medical effects of parental smoking. Arch Pediatr Adolesc Med 1997; 151: 648-653.
4.Anderson LM et al.: Evaluation of the transplacental tumorigenicity of the tobacco-specific carcinogen (4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone in mice. Cancer Res 1989; 49: 3770-3775.
5.Andres RL: The association of cigarette smoking with placenta praevia and abruptio placentae. Sem Perinatol 1996; 20: 154-159.
6.Beebe LE, Kim YE, Amin S, Riggs CW, Kovatch RM, Anderson LM: Comparison of transplacental and neonatal initiation of mouse lung and liver tumors by N-nitrosomethylamine (NDMA) and 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone (NNK) and promotability by a polychlorinated biphenyls mixture (Aroclor 1254). Carcinogenesis 1993; 14: 1534-1548.
7.Botto F et al.: Hypomethylation and hypoexpression of human CYP2E1 gene in lung tumors. Biochem Biophys Res Commun 1994; 205: 1086-1092.
8.Brunnemann KD, Masaryk J, Hoffmann D: Role of tobacco stems in the formation of N-nitrosamines in tobacco and cigarette mainstream and sidestream smoke. J Agric Food Chem 1983; 31: 1221-1224.
9.Burchell B et al.: Development of human liver UDP-glucuronyltransferases. Dev Pharmacol Ther 1989; 13: 70-77.
10.Butler NR, Goldstein H, Ross EM: Cigarette smoking in pregnancy: Its influence on birth weight and perinatal mortality. Br Med J 1972; 2: 127-130.
11.Byrd RS, Howard CR: Children's passive and prenatal exposure to cigarette smoke. Pediatr Ann 1995; 24: 640-645.
12.Carmella SG, Akerkar S, Hecht SS: Metabolites of the tobacco-specific nitrosamine 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone in smokers urine. Cancer Res 1993; 53: 721-724.
13.Carmella SG, Akerbar S, Richie JP, Hecht SS: Intraindividual and interindividual differences in metabolites of the tobacco-specific lung carcinogen 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone (NNK) in smokers' urine. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 1995; 4: 635-642.
14.Centers of Disease Control. Cigarette smoking-attributable mortality and years of potential life lost - United States, 1990. MMWR 193; 42: 645-649.
15.Chen LH, Petitti DB: Case-control study of passive smoking and the risk of small-for-gestational-age at term. Am J Epidemiol 1995; 142: 158-165.
16.Cline MJ: The molecular basis of leukemia. N Engl J Med 1994; 330: 328-336.
17.Cnattingius S, Haglund B, Meirik O: Cigarette smoking as a risk factor for late fetal and early neonatal death. Br Med J 1988; 297: 258-261.
18.Collins MD, Tzimas G, Hummler H, Burgin H, Nau H: Comparative teratology and transplacental pharmacokinetics of all-trans-retinois acid, 13-cis-retinoic acid, and retinyl palmitate following daily administration in rats. Toxicol Appl Pharmacol 1994; 127: 132-144.
19.Correa E, Joshi PA, Castonguay A, Schüller HM: The tobacco-specific nitrosamine 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone is an acitve transplacental carcinogen in Syrian golden hamsters. Cancer Res 1990; 50: 3435-3438.
20.Daube H et al.: DNA adducts in human placenta in relation to tobacco smoke exposure and plasma antioxidant status. J Cancer Res Clin Oncol 1997; 123: 141-145.
21.Department of Health and Human Services. Survey of compounds which have been tested for carcinogenic activity. Cumulative indexes. NIH-Publication No. 96-149, US Government Printing Office, USA 1996.
22.Department of Health and Human Services. The health consequences of smoking women: A report of the Surgeon General, USA 1980.
23.Environmental Protection Agency. Respiratory health effects of passive smoking: Lung cancer and other disorders. Office of Healthy and Environmental Assessment, Washington, USA, 1992.
24.Everson RB: Individuals transplacentally exposed to maternal smoking may be at increased cancer risk in adult life. Lancet 1980; 2: 123-127.
25.Finette BA, O'Neill JP, Vacek PM, Albertini RJ: Gene mutations with characteristic deletions in cord blood T lymphocytes associated with passive maternal exposure to tobacco smoke. Nature Med 1998; 1144-1151.
26.Fingerhut LA, Kleinman JC, Kendrick JS: Smoking before, during and after pregnancy. Am J Public Health 1990; 80: 541-544.
27.Foiles PG, Miglietta LM, Akerkar SA, Everson RB, Hecht SS: Detection of O6-methyldeoxyguanosine in human placental DNA. Cancer Res 1988; 48: 4184-4188.
28.Giovino GA, Henningfield JE, Tomar SL, Escobedo LG, Slade J: Epidemiology of tobacco use and dependence. Epidemiol Rev 1995; 17: 48-65.
29.Gu Y et al.: The (4;11)(q21;q23) chromosome translocations in acute leukemias involve the VDJ recombinase. Proc Natl Acad Sci USA 1992; 89: 10464-10468.
30.Hecht SS, Carmella SG, Murphy SE, Akerkar S, Brunnemann KD, Hoffmann D: A tobacco-specific lung carcinogen in the urine of men exposed to cigarette smoke. N Engl J Med 1993; 329: 1543-1546.
31.Hecht SS, Chen CB, Ornaf RM, Hoffmann D: Tobacco-specific nitrosamines: Origins, carcinogenicity and metabolism. IARC Sci Publ 1978; 19: 395-413.
32.Hecht SS: Biochemistry, biology, and carcinogenicity of tobacco-specific N-nitrosamines. Chem Res Toxicol 1998; 11: 559-603.
33.Himmelberger DU, Brown B, Cohen EN: Cigarette smoking during pregnancy and the occurrence of spontaneous abortion and congenital abnormality. Am J Epidemiol 1978; 108: 470-479.
34.Hoffmann D, Hecht SS, Ornaf RM, Wynder EL: N-nitrosonornicotine in tobacco. Science 1974; 108: 265-267.
35.Issa JP, Baylin SB, Belinsky SA: Methylation of the estrogen receptor CpG island in lung tumors is related to the specific type of carcinogen exposure. Cancer Res 1996; 56: 3655-3658.
36.Ji BT et al.: Paternal cigarette smoking and the risk of childhood cancer among offspring of nonsmoking mothers. J Natl Cancer Inst 1997; 89: 238-244.
37.Kaletsch U, Meinert R, Miesner A, Hoisl M, Kaatsch P, Michaelis J: Epidemiologische Studien zum Auftreten von Leukämieerkrankungen bei Kindern in Deutschland. IMSD - Technischer Bericht, Mainz 1997.
38.Kleinman JC, Pierre MB, Madans JH, Land GH, Schramm WF: The effects of maternal smoking on fetal and infant mortality. Am J Epidemiol 1988; 127: 274-282.
39.Lackmann GM, Hecht SS, Töllner U: Determination of the tobacco-specific carcinogen 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone (NNAL) in the urine of a newborn of a smoking mother. Workshop at the 9th World Paediatric Congress, London 1995.
40.Lackmann GM, Salzberger U, Töllner U, Chen M, Carmella SG, Hecht SS: Metabolites of a tobacco-specific carcinogen in the urine of newborns. J Natl Cancer Inst USA 1999; 91: 459-465.
41.Lackmann GM, Salzberger U, Chen M, Carmella SG, Töllner U, Hecht SS: Tabak-spezifische transplazentare Karzinogene, Nikotin und Cotinin im Urin von Neugeborenen rauchender Mütter. Monatsschr Kinderheilkd 1999; 147: 333-338.
42.Malloy MH, Kleinman JC, Land GH, Schramm WF: The association of maternal smoking with age and cause of infant death. Am J Epidemiol 1988; 128: 46-55.
43.Manchester DK et al.: Detection of benzo[a]pyrene diol epoxide-DNA adducts in human placenta. Proc Natl Acad Sci (USA) 1988; 85: 9243-9247.
44.Mathai M, Skinner A, Lawton K, Weindling AM: Maternal smoking, urinary cotimine levels and birthweight. Aust NT J Obstet Gynecol 1990; 30: 33-36.
45.Mirvish SS: Formation of N-nitroso compounds: Chemistry, kinetics, and in vivo occurrence. Toxicol Appl Pharmacol 1975; 31: 325-351.
46.Myers SR, Spinnato JA, Pinorini-Godly MT, Cook C, Boles B, Rodgers GC: Characterization of 4-aminobiphenyl-hemoglobin adducts in maternal and fetal blood samples. J Toxicol Environ Health 1996; 47: 553-566.
47.Parsons WD, Carmella SG, Akerkar S, Bonilla LE, Hecht SS: A metabolite of the tobacco-specific lung carcinogen 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone (NNK) in the urine of hospital workers exposed to environmental tobacco smoke. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 1998; 7: 257-260.
48.Salzberger U: Nachweis von 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-Butanol (NNAL), Nikotin und Kotinin im Urin von Neugeborenen rauchender Mütter. Humanpathogene Bedeutung des Tabakrauchens für den menschlichen Fetus in Literatur und eigenen Untersuchungen. Med Diss, Marburg 1999.
49.Schüller HM, Jorquera R, Lu X, Riechert A, Castonguay A: Transplacental carcinogenicity of low doses of 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone administered subcutaneously or intratracheally to hamsters. J Cancer Res Clin Oncol 1994; 120: 200-203.
50.Schüller HM, Jorquera R, Reichert A, Castonguay A: Transplacental induction of pancreas tumors in hamsters by ethanol and the tobacco-specific carcinogen 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone. Cancer Res 1993; 53: 2498-2501.
51.Shu XO et al.: Parental alcohol consumption, cigarette smoking, and risk of infant leukemia: A Childrens Cancer Group study. J Natl Cancer Inst 1996; 88: 324-331.
52.Simpson WJ, Linda L: A preliminary report on cigarette smoking and the incidence of prematurity. Am J Obstet Gynecol 1957; 73: 808-815.
53.Sorahan T, Lancashire RJ, Hultén MA, Peck I, Stewart AM: Childhood cancer and parental use of tobacco: Deaths from 1953 to 1955. Br J Cancer 1997; 75: 134-138.
54.Sozzi G, Pierotti MA: When smoke gets in your genes. Nature Med 1998; 4: 1119-1120.
55.Stjernfeldt M, Berglund K, Lindsten J, Ludvigsson J: Maternal smoking during pregnancy and risk of childhood cancer. Lancet 1986; 1: 1350-1352.
56.Tenuvuo AH, Kero PO, Korvenranta HJ, Erkkola RU, Klemi PJ, Tuominen J: Risk factos associated with severely small for gestational age neonates. Am J Perinatol 1988; 5: 267-271.
57.Tredaniel J, Boffetta P, Little J, Saracci R, Hirsch A: Exposure to passive smoking during pregnancy and childhood and cancer risk: The epidemiological evidence. Paediatr Perinat Epidemiol 1994; 8: 233-255.
58.Wen SW et al: Smoking, maternal age, fetal growth, and gestational age at delivery. Am J Obstet Gynecol 1990; 162: 53-58.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema