ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1996Börsebius und Immobilien (III): Ich kaufe mir ein Haus

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius und Immobilien (III): Ich kaufe mir ein Haus

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Bereits in der vorigen Ausgabe habe ich besprochen, wie wichtig es ist, beim Finanzierungsgespräch eine gute Figur zu sichern. Dazu gehört auch die strikte Weigerung, für den Fall, daß die Immobilie selbstgenutzt wird, eine Finanzierung in Kombination mit einer Lebensversicherung zu akzeptieren. Das rechnet sich schlicht hinten und vorne nicht.
Der Grund, warum diese Form der Immobilienfinanzierung so häufig ins Gespräch gebracht wird, hängt einfach damit zusammen, daß für die gesamte Laufzeit des Darlehens die Zinszahlungen gleich hoch bleiben, was dem Darlehensgeber einen stetigen Geldsegen beschert und dem Finanzvermittler auch noch eine schöne Provision beim Abschluß des Lebensversicherungsvertrages. Das Darlehen wird dann am Ende der Laufzeit durch die Lebensversicherung auf einen Rutsch getilgt.
Wenn die Immobilie vermietet wird, kann die Finanzierung über eine Lebensversicherung (Tilgungsaussetzung) interessant sein. Aber auch hier steht das genaue Nachrechnen vor der Investitionsentscheidung und dem eventuellen Wehklagen nach Vertragsabschluß. Die Konditionen der einzelnen Versicherer differieren zum Teil beträchtlich, und da kommen über die gesamte Laufzeit eines Vertrages – etwa über 500 000 Mark – ganz schnell mehrere zehntausend Mark Ersparnis zusammen, wenn auf preisgünstige, dennoch seriöse Anbieter (zum Beispiel HUK) zurückgegriffen wird.
Ihnen zu erzählen, daß jeder Kaufvertrag vor einem Notar zu beurkunden ist, hieße sicherlich, Eulen nach Athen zu tragen. Beurkundung durch den Notar gilt aber auch für jede Art von Vorverträgen, wenn sich eine der beiden Vertragsparteien absichern will. Es kommen immer wieder Fälle vor, in denen "auf die Schnelle" im Wohnzimmer ein Papier aufgesetzt wird, man sei sich über den Kauf des Hauses einig, über den Preis sowieso, und der Verkäufer verpflichte sich (mit oder ohne Ehrenwort), einen Notartermin am soundsovielten wahrzunehmen.
Leisten Sie auf so ein Pamphlet bloß keine Zahlungen! Dieses Papier ist null Mark wert, rechtlich nicht existent, und der Verkäufer kann seine Immobilie in der Zeit noch zehnmal verkaufen. Und doch passiert es, daß auf solche Zusicherungen beträchtliche "Zahlungen unter der Hand" geleistet werden, die freilich nie mehr einzufordern sind. Der Traum von den eigenen vier Wänden fände dann schnell sein jähes Ende. Mangels Masse. Börsebius
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