ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2017GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von Behandlungen des äußeren Gehörganges

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GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von Behandlungen des äußeren Gehörganges

Dtsch Arztebl 2017; 114(4): A-182 / B-162 / C-162

Wiesener, Tina

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Die Abrechnung der Behandlung des äußeren Gehörganges einer Seite beziehungsweise beider Seiten auf der Grundlage der derzeit gültigen Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist immer wieder Anlass für Rechnungsauseinandersetzungen.

In Abhängigkeit vom Einzelfall wird in Abgrenzung zur Leistung nach Nr. 1565 GOÄ „Entfernung von obturierenden Ohrenschmalzpfröpfen, auch beidseitig“ regelmäßig die Frage aufgeworfen, wann die Nrn. 1569 „Entfernung eines nicht festsitzenden Fremdkörpers aus dem Gehörgang …“ beziehungsweise 1570 GOÄ „Entfernung eines festsitzenden Fremdkörpers aus dem Gehörgang …“ zutreffend in Ansatz zu bringen sind und in welchen Fällen Nr. 1567, „Spaltung von Furunkeln im äußeren Gehörgang“, beziehungsweise Nr. 1568 GOÄ, „Operation im äußeren Gehörgang (zum Beispiel Entfernung gutartiger Hautneubildungen)“, heranzuziehen ist.

Hierzu folgende Anmerkungen (vgl. Kommentierung nach Brück et al. zu Nrn. 1565 ff., Deutscher Ärzteverlag, 3. Auflage, 20. Ergänzungslieferung, Stand 1. Juni 2010):

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Mit der Nr. 1568 GOÄ werden kleinere Eingriffe im Gehörgang (zum Beispiel die Entfernung gutartiger Neubildungen der Haut) abgegolten, wohingegen Nr. 1567 GOÄ ausschließlich die explizit in der Leistungslegende genannte „Spaltung“ von Furunkeln abbildet. Beide Gebührenpositionen zielen auf die Behandlung eines Gehörganges („… im äußeren Gehörgang“) ab, sodass bei entsprechender beidseitiger Behandlung diese Gebührenpositionen auch zweimal in Ansatz gebracht werden können. Die „Entfernung eines oder mehrerer größerer Polypen oder ähnlicher Gebilde aus dem Gehörgang …, auch in mehreren Sitzungen“ wird jedoch mit der Nr. 1586 GOÄ, einmal je Gehörgang, in Ansatz gebracht. „Fremdkörper“ im Sinne der Nrn. 1569 und 1570 GOÄ sind hingegen von außen – etwa im Rahmen von Manipulationen – in den Gehörgang, eingebrachte Materialien, jedoch zum Beispiel keine körpereigenen oder vom Körper gebildete Absonderungen/Sekrete und deren Reste, Gewebe und/oder deren Abbauprodukte.

Während die Säuberung des äußeren Gehörganges von randständigen Epithelauflagerungen, verhärteten Absonderungen (zum Beispiel Sekret) und/oder Verschmutzungen im Rahmen einer Otoskopie, Ohrmikroskopie oder Ohrspiegelung als der Untersuchung vorangehende Hilfsleistung nicht gesondert berechnungsfähig ist, kann die Entfernung von den Gehörgang völlig verlegenden Ohrenschmalzpfröpfen mit der Nr. 1565 GOÄ neben zum Beispiel den Untersuchungsleistungen nach Nr. 6 und/oder 1415 GOÄ als eigenständige Leistung in Ansatz gebracht werden. Dabei löst bereits eine einseitige Entfernung den Ansatz der Nr. 1565 GOÄ aus, eine mögliche weitere Entfernung auch auf der Gegenseite ist jedoch nicht zusätzlich abrechenbar.

Dr. med. Tina Wiesener

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