ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2017Sektorenübergreifende Zusammenarbeit: Casemanager erleichtern Patientenversorgung

PRAXISMANAGEMENT

Sektorenübergreifende Zusammenarbeit: Casemanager erleichtern Patientenversorgung

Dtsch Arztebl 2017; 114(4): A-181

Hillienhof, Arne

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Ein positives Fazit ihrer engen Zusammenarbeit im Kreis Lippe in Ostwestfalen ziehen das Klinikum des Landkreises und die rund 130 Ärzte des Ärztenetzes Lippe. Besonders ein externes Casemanagement, das die Patienten sektorenübergreifend betreut, hat sich nach der Erfahrung von Klinik und Ärztenetz bewährt. So haben die beiden Akteure die ursprüngliche Zielgruppe der geriatrischen Patienten inzwischen auf chronisch kranke Erwachsene mit komplexen Versorgungsverläufen erweitert.

Im „Regionalen Versorgungskonzept Lippe“ – so der Name des Vorhabens – unterstützen besonders qualifizierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte die Ärzte in Klinik und Praxis als Casemanager. Sie ermöglichen eine reibungslose, individuell angepasste Versorgung der Patienten – unabhängig davon, ob diese im Krankenhaus oder bei ihrem Hausarzt beziehungsweise Facharzt behandelt werden. Die Casemanager kennen beispielsweise die besonderen Bedürfnisse einzelner chronisch Kranker und älterer Menschen. Sie unterstützen dabei, die eigene Wohnsituation und das soziale Umfeld so zu gestalten, dass Patienten zu Hause leben können. Außerdem kommunizieren sie die besonderen Versorgungsbedürfnisse an die entsprechenden Ärzte in Klinik und Praxis. „Die Arbeit unserer Gesundheitshelferinnen hat maßgeblich dazu beigetragen, die stationäre und ambulante Versorgung im praktischen Arbeitsprozess zu verzahnen“, erläuterte Helmut Middeke, medizinischer Geschäftsführer des Klinikums. Es sei ein großer Vorteil, dass die häusliche Situation der Patienten den Klinikärzten bei der stationären Aufnahme über die Casemanager exakt bekannt sei. Dies trage auch maßgeblich zu einem zielgerichteten Entlassmanagement bei, so Middeke.

Welche Patienten für das sektorenübergreifende Casemanagement infrage kommen, entscheidet immer ein Arzt: Niedergelassene oder Klinikärzte melden Patienten für die spezielle Versorgungsform an. Die Gesundheitshelferinnen koordinieren ihre Arbeit dann in Abstimmung mit den zuständigen Medizinern. „Der Einsatz der Gesundheitshelferinnen wird von unseren Ärzten deutlich als Entlastung wahrgenommen, insbesondere im Rahmen der Versorgung komplex erkrankter Patienten mit Polymedikation und bestehenden beziehungsweise sich abzeichnenden Funktionseinbußen“, erläuterte Constanze Liebe, Geschäftsführerin des Ärztenetzes. Ihrer Erfahrung nach ist das sektorenübergreifende Casemanagement ein zukunftsweisender Ansatz, „um die Gesundheitsversorgung bei einer immer größeren Zahl hochbetagter Patienten im ländlich geprägten Kreis Lippe langfristig auf hohem Niveau zu gewährleisten“, so Liebe.

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Das „Regionale Versorgungskonzept Lippe“ ist in den Jahren 2010 bis 2013 im Rahmen eines Förderprojektes des Landes Nordrhein-Westfalen entstanden. Seit dem Auslaufen der Anschubfinanzierung durch das Land erfolgt die Finanzierung der Strukturen über das Modellprojekt „Optimierung der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen“, das die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) im Jahr 2014 mit allen Krankenkassen im Landesteil aufgelegt hat, und über weitere Versorgungsverträge. hil

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