ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2017Studie: Paranoides Verhalten ist förderlich für die Karriere

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Studie: Paranoides Verhalten ist förderlich für die Karriere

Dtsch Arztebl 2017; 114(4): [4]

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Foto: Fotolia/fotomek
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Großes Misstrauen anderen gegenüber und die damit einhergehende ständige Aufmerksamkeit auf potenziell missliche Situationen helfen dabei, in Unternehmen Karriere zu machen. Zu diesem Schluss kommt zumindest Prof. Dr. Niels Van Quaquebeke von der Kühne Logistics University (KLU) in Hamburg.

Für eine Studie befragte der Psychologe über ein halbes Jahr hinweg 441 Angestellte in unterschiedlichen Bereichen zu ihrer Position im Unternehmen und zur Zahl ihrer Mitarbeiter (DOI: 10.3389/fpsyg.2016.01446). Zudem füllten die Mitarbeiter einen Fragebogen zu paranoiden Vorstellungen aus. Ergebnis: Höhere Grundwerte in paranoider Persönlichkeit sagten den Aufstieg im Unternehmen voraus. Diese Menschen sind demnach bestrebt, Beziehungen so zu managen, dass ihre vermeintlichen Widersacher nur wenige Angriffspunkte haben. Und das hilft offenbar der Karriere: „Um nach oben zu kommen“, sagt der Forscher, „muss man sich einerseits immer wieder richtig positionieren. Andererseits ist es wichtig, sich aus Situationen herauszuhalten, die schädlich für die Karriere sein können. Beides gelingt Menschen mit paranoiden Wesenszügen besonders gut.“

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Für Führungskräfte kann ein gewisses paranoides Verhalten aus Sicht Van Quaquebekes positiv sein. Paranoiker seien ständig auf das Schlimmste gefasst und entwickelten Strategien, um sich dagegen zu wappnen. Das beziehe sich auf das Verhalten von Mitarbeitern und Kollegen, auf die Absichten von Geschäftspartnern oder vermeintliche Sabotageversuche am Unternehmen. So habe sich beispielsweise der frühere Intel-Chef Andrew Grove permanent Gedanken über die Qualität der Produkte, die Leistungsfähigkeit der Fabriken, die Arbeitsmoral seiner Angestellten und die Pläne seiner Konkurrenten gemacht. Damit sei er für viele Situationen bereits im Vorfeld gerüstet gewesen.

„Die Wirtschaftswelt wird immer unsicherer“, sagt Van Quaquebeke. „Wir sehen Wirtschaftskrisen, globalen Wettbewerb und neue disruptive technologische Entwicklungen. Menschen mit paranoiden Eigenschaften sind auf solche Herausforderungen häufig besser vorbereitet, weil sie in Gedanken diese Szenarien schon durchgespielt haben.“ EB

Foto: Fotolia/fotomek

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