ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2017Zusätzliche Probleme im prähospitalen Umfeld
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Die Autoren haben eine prägnante Arbeit zur Versorgung von Infarktpatienten vorgelegt (1). Unstrittig ist, dass die korrekte Diagnose zu einer schnelleren Intervention führt und hier Schulungsbedarf besteht. Allerdings beschränken sich die Autoren größtenteils auf die Suche der Fehler bei den Notärzten, was nicht den einzigen Faktor in der Präklinik darstellt. Ich erlaube mir, auf weitere Probleme in der präklinischen Versorgung des STEMI hinzuweisen, da das hier entstandene Bild, die Notärzte vor Ort würden zu einem hohen Prozentsatz falsch arbeiten, nicht richtig ist.

Es kommt immer wieder vor, dass Einsätze bei akutem Koronarsyndrom initial als Notfalleinsätze disponiert werden. Natürlich ist die Disposition von einem komplexen Zusammenspiel vieler Faktoren abhängig, führt aber, betrachtet man besonders die Situation der Notarztnachforderung auf dem Land, zu großen zeitlichen Verzögerungen.

Wie funktionieren Notaufnahmen/Katheterlabore vor Ort? Durch die Telemetrie und das Arzt-zu-Arzt-Gespräch kann in der Regel schon präklinisch eine schnelle Intervention sichergestellt werden. Wieso sind in Berlin knapp 50 % der korrekt befundeten STEMI zunächst in die Rettungsstelle aufgenommen worden? Hätten die nicht korrekt befundeten STEMI überhaupt von der korrekten Diagnose profitiert?

Derzeit wird in Deutschland mit den Notfallsanitätern ein neuer Beruf geschaffen. Von Algorithmen gestützt, sollen sie ärztliche Aufgaben in Teilen übernehmen. So wird hier in Zukunft vieles von der Zusammensetzung und Routine der Notfallsanitäter vor Ort abhängen. Wie von Mencl et al. gezeigt, waren auch durch regelmäßiges Training der Paramedics die Ergebnissen bei der STEMI-Diagnostik nie über ein bestimmtes Maß hinaus zu steigern (2).

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0072a

PD Dr. med. habil. Udo Meißner

Kinder- und Jugendarzt, Bamberg

udo.meissner@outlook.de

1.
Stockburger M, Maier B, Fröhlich G, et al.: The emergency medical care of patients with acute myocardial infarction—results from the First Medical Contact Study in the context of the Berlin Myocardial Infarction Registry. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 497–502 VOLLTEXT
2.
 Mencl F, Wilber S, Frey J, et al.: Paramedic ability to recognize ST-segment elevation myocardial infarction on prehospital electrocardiograms. Prehosp Emerg Care 2013; 17: 203–10 CrossRef MEDLINE
1.Stockburger M, Maier B, Fröhlich G, et al.: The emergency medical care of patients with acute myocardial infarction—results from the First Medical Contact Study in the context of the Berlin Myocardial Infarction Registry. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 497–502 VOLLTEXT
2. Mencl F, Wilber S, Frey J, et al.: Paramedic ability to recognize ST-segment elevation myocardial infarction on prehospital electrocardiograms. Prehosp Emerg Care 2013; 17: 203–10 CrossRef MEDLINE

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