MEDIZIN: Originalarbeit

Sollte die Vorsorgekoloskopie bereits ab 50 Jahren angeboten werden?

Befunde eines landesweiten Modellprojekts und Ergebnisse einer randomisierten Interventionsstudie

Should screening colonoscopy be offered from age 50? Results from a statewide pilot project, and from a randomized intervention study

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(6): 94-100; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0094

Brenner, Hermann; Zwink, Nadine; Ludwig, Leopold; Hoffmeister, Michael

Hintergrund: Seit Einführung der Vorsorgekoloskopie für Personen im Alter ab 55 Jahre im Jahre 2002 ist die Darmkrebsinzidenz in Deutschland in den entsprechenden Altersgruppen deutlich zurückgegangen. Die Prävalenz von kolorektalen Neoplasien in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen war bislang unbekannt. Expertengremien empfehlen die Vorsorgekoloskopie schon im Alter ab 50 Jahren durchzuführen. Diese Möglichkeit wird von der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK seit 2014 im Rahmen ihres Facharztprogramms angeboten.

Methode: Im April 2014 und 2015 wurden 84 726 Versicherte im Alter von 50–54 Jahren per Post zur Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie eingeladen. Die Inanspruchnahme und Ergebnisse der Vorsorgekoloskopie wurden untersucht. Der Hälfte der Teilnehmer wurde randomisiert zusätzlich ein Fragebogen zum Risikocheck zugesandt (Studienregistrierung: DRKS00006268).

Ergebnisse: Innerhalb eines Jahres nahmen 1,9 % aller Angeschriebenen das Angebot zur Vorsorgekoloskopie wahr. Unter den bereits in das Facharztprogramm eingeschriebenen Versicherten waren es 3,3 %. Bei 1 396 durchgeführten Koloskopien wurden in 6,8 % der Fälle fortgeschrittene Neoplasien (Darmkrebs oder fortgeschrittene Adenome) entdeckt. Die Prävalenz fortgeschrittener Neoplasien war bei 50- bis 54-jährigen Männern mit 8,6 % fast doppelt so hoch wie bei Frauen der gleichen Altersgruppe (4,5 %; p = 0,0027). Sie war ebenfalls höher als die im bundesweiten Register für Frauen zwischen 55 und 79 Jahren dokumentierten Prävalenzen. Das Hinzufügen des Fragebogens zum Risikocheck zur Einladung hatte weder einen Einfluss auf die Entdeckungsrate relevanter Befunde noch auf die Teilnahmerate an der Koloskopie.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse unterstützen die Forderung nach einem Angebot der Vorsorgekoloskopie zumindest für Männer schon ab 50 Jahren.

Trotz eines in den letzten Jahren beobachteten Rückgangs der Inzidenz ist Darmkrebs mit über 60 000 Neuerkrankungen pro Jahr weiterhin die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Das Lebenszeitrisiko liegt bei 7 % für Männer und 5,7 % für Frauen (1). Aufgrund der meist viele Jahre dauernden, langsamen Entwicklung und der starken Abhängigkeit der Prognose vom Stadium bei Diagnose (2) ist das Potenzial, die Inzidenz und Mortalität durch ein Screening zu senken, für Darmkrebs wesentlich größer als für viele andere Krebserkrankungen. Als Screening-Untersuchungen werden von nationalen und internationalen Expertengremien Tests auf okkultes Blut im Stuhl, die Sigmoidoskopie und die Koloskopie empfohlen (3, 4). Für das Screening mittels Stuhlbluttests und der Sigmoidoskopie wurde eine Reduktion der Darmkrebsinzidenz und -mortalität in mehreren randomisierten Studien konsistent gezeigt (510). Langzeitergebnisse randomisierter Studien zum Screening mittels Koloskopie liegen noch nicht vor. Eine Metaanalyse epidemiologischer Studien (darunter auch einer Studie aus Deutschland [11]) legt jedoch nahe, dass eine Vorsorgekoloskopie, bei der Darmkrebsvorstufen entdeckt und sofort entfernt werden können, die Darmkrebsinzidenz und -mortalität innerhalb der folgenden 10 Jahre um circa zwei Drittel senken kann (12).

Im Oktober 2002 wurde die Vorsorgekoloskopie in das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm in Deutschland aufgenommen. Seither wird Männern und Frauen ab 55 Jahren eine Vorsorgekoloskopie angeboten, die bei Inanspruchnahme vor dem Alter von 65 Jahren nach 10 Jahren wiederholt werden kann. Bezüglich Inanspruchnahme und Ergebnissen der Vorsorgekoloskopie liegt aus einem nationalen Register eine weltweit einzigartige Datenbasis vor, die detaillierte Analysen zu Chancen und Risiken dieser Vorsorgemaßnahme erlaubt (1315). Einer Modellrechnung zufolge wurden in den ersten 10 Jahren des Angebots der Vorsorgekoloskopie in Deutschland durch die Entdeckung und Abtragung kolorektaler Adenome bei circa 1 Million Teilnehmern rund 180 000 Darmkrebsfälle verhindert (16). Komplikationen in Form von Blutungen (0,3 %) und Perforationen (0,08 %) sind sehr selten (17). Auch wenn ein großer Teil der verhüteten Neuerkrankungen erst in späteren Jahren aufgetreten wäre (18), ist bereits in den ersten 10 Jahren des Angebots der Vorsorgekoloskopie ein deutlicher Rückgang der Darmkrebsinzidenz zu verzeichnen. Dieser Rückgang wurde selektiv in Altersgruppen ab 55 Jahren beobachtet (19).

Das Darmkrebsrisiko steigt mit dem Alter steil an, vor dem Alter von 50 Jahren tritt die Erkrankung außerhalb besonderer Risikogruppen selten auf. Da circa 10 % der Darmkrebserkrankungen jedoch bereits bei unter 55-Jährigen vorkommen, wird von nationalen und internationalen Fachgesellschaften empfohlen, schon im Alter ab 50 Jahren mit dem Screening mittels Koloskopie zu beginnen (3, 4). In einem Selektivvertrag zur fachärztlichen Versorgung im Fachgebiet Gastroenterologie nach § 73c SGB V a.F. bieten die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK in Zusammenarbeit mit den beteiligten Berufsverbänden und unter wissenschaftlicher Begleitung durch das Deutsche Krebsforschungszentrum daher seit April 2014 an, unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorsorgekoloskopie schon ab dem vollendeten 50. Lebensjahr vornehmen zu lassen.

In der vorliegenden Arbeit untersuchten wir die Inanspruchnahme dieses Angebots – insgesamt sowie in Abhängigkeit von Art und Umfang des Anschreibens – und die bislang nicht bekannte Prävalenz kolorektaler Neoplasien in der Zielgruppe der 50- bis 54-Jährigen.

Methoden

Angebot, Teilnehmer und Evaluationskonzept

Das Angebot der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK einer Vorsorgekoloskopie ab einem Alter von 50 Jahren richtet sich an Versicherte, die sich sowohl in das Hausarztprogramm als auch in das Facharztprogramm der Kassen eingeschrieben haben. Im Rahmen der Hausarztprogramme entscheiden sich die Versicherten für einen Hausarzt ihrer Wahl als ersten Ansprechpartner. Der Hausarzt koordiniert dann sämtliche Behandlungsschritte. Die Teilnehmer am Hausarztprogramm haben die Möglichkeit, sich zusätzlich in die besondere ambulante fachärztliche Versorgung (das Facharztprogramm) einzuschreiben, in dem Facharztkonsultationen nur auf Überweisung des gewählten Hausarztes in Anspruch genommen werden können. Neben einer verbesserten Koordination der Behandlung geht die Einschreibung in das Hausarztprogramm und das Facharztprogramm mit einer Reihe weiterer Vorteile und besonderer Vorsorge- und Versorgungsangebote für die Versicherten einher, darunter auch dem Angebot der Vorsorgekoloskopie schon ab 50 Jahren.

Im April der Jahre 2014 und 2015 erhielten insgesamt 84 726 im Hausarztprogramm eingeschriebene Versicherte der AOK Baden-Württemberg zwischen 50 und 54 Jahren, bei denen zuvor keine kurative oder präventive Koloskopie durchgeführt und keine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, einmalig ein persönliches Anschreiben mit der Einladung zur Inanspruchnahme einer Vorsorgekoloskopie. Im April 2015 wurde das Schreiben lediglich an diejenigen Versicherten versandt, die zwischenzeitlich das 50. Lebensjahr vollendet beziehungsweise sich neu in das Hausarztprogramm eingeschrieben hatten. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Angebots war die gegebenenfalls zunächst noch zusätzlich vorzunehmende Einschreibung in das Facharztprogramm. In die hier vorgelegte Auswertung wurden alle Vorsorgekoloskopien einbezogen, die von den angeschriebenen Personen innerhalb eines Jahres nach Verand des Anschreibens bei einem am Facharztvertrag Gastroenterologie teilnehmenden Arzt wahrgenommen wurden.

Ergänzend zu dem Einladungsschreiben erhielt eine Zufallsauswahl von 50 % der angeschriebenen Personen einen kurzen, aus sechs Fragen bestehenden 1-Minuten-Risikocheck zugesandt, mit dem der jeweilige Teilnehmer auf ein erhöhtes Darmkrebsrisiko bei Vorliegen eines oder mehrerer der folgenden etablierten Risikofaktoren aufmerksam gemacht werden sollte:

  • männliches Geschlecht
  • familiäre Vorbelastung
  • Rauchen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • körperliche Inaktivität
  • Fettleibigkeit.

Bei den Teilnehmern, die zusätzlich den Fragenkatalog zum Risikocheck erhielten, wurde die Bedeutung der Darmkrebsvorsorge bei Vorliegen erhöhter Risiken im Einladungsschreiben besonders hervorgehoben. Ziel dieser in die Erhebung eingebetteten randomisierten Studie war, zu untersuchen, ob ein solcher persönlicher Risikocheck zu einer höheren Entdeckungsrate (primärer Endpunkt) klinisch relevanter Befunde (Karzinome oder Adenome) durch eine gezieltere Nutzung des Vorsorgeangebots von Risikogruppen führt. Als sekundäre Endpunkte wurden die Anzahl derer, die das Vorsorgeangebot wahrgenommen haben sowie die Prävalenzen der verschiedenen Befunde erhoben.

Um neben der Teilnahmerate auch die Ergebnisse der Vorsorgekoloskopie im Alter von 50–54 Jahren evaluieren zu können, wurde für die Dokumentation der Befunde der Koloskopie ein standardisierter Erhebungsbogen eingesetzt und als Voraussetzung für die Abrechnung der Vorsorgekoloskopien gefordert. Dieser Erhebungsbogen entsprach weitestgehend dem für die bundesweite Erfassung der Vorsorgekoloskopien ab 55 Jahren eingesetzten Erhebungsbogen. Er wurde von der abrechnenden Stelle, der Mediverbund AG, elektronisch erfasst und für die Auswertung in anonymisierter Form an das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) weitergeleitet. Eine Zuordnung der Koloskopiebefunde zur Zugehörigkeit der angeschriebenen Personen zur Gruppe mit oder ohne Risikocheck war nur möglich, wenn die Teilnehmer neben der Weiterleitung des Koloskopiebefunds auch der Weiterleitung ergänzender personenidentifizierender Daten an den Mediverbund explizit zustimmten.

Das Protokoll für die wissenschaftliche Evaluation, einschließlich der randomisierten Studie, wurde der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät Heidelberg zur Prüfung vorgelegt und mit einem positiven Votum beschieden. Die randomisierte Studie wurde im Deutschen Register für Klinische Studien (ID DRKS00006268) registriert.

Statistische Auswertung

Zunächst wurden die Teilnahmeraten der Vorsorgekoloskopie nach Geschlecht deskriptiv analysiert. Diese Analysen wurden zum einen nach dem Versichertenstatus zum Zeitpunkt des Anschreibens (bereits vorliegende Einschreibung im Facharztprogramm: ja/nein) und zum anderen nach der Art des Anschreibens (mit/ohne Risikocheck) differenziert. Des Weiteren wurden die Prävalenzen des jeweils fortgeschrittensten Befundes (Karzinom, fortgeschrittenes Adenom beziehungsweise nichtfortgeschrittenes Adenom) der durchgeführten Vorsorgekoloskopien deskriptiv analysiert. Diese Analysen wurden einerseits nach Geschlecht, andererseits nach Art des Anschreibens (mit/ohne Risikocheck) differenziert. Zum Vergleich der geschlechtsspezifischen Prävalenzen in der hier untersuchten Altersgruppe von 50 bis 54 Jahren wurden ergänzend die entsprechenden Prävalenzen für die Altersgruppen 55–59, 60–64, 65–69, 70–74 und 75–79 Jahre aus dem nationalen Register der Vorsorgekoloskopien in 2014 dargestellt (15).

Die statistischen Auswertungen erfolgten mittels des Softwareprogramms SAS, Version 9.4. Unterschiede in relativen Häufigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen wurden mittels Chi-Quadrat-Test beziehungsweise dem exakten Test nach Fisher auf statistische Signifikanz geprüft. Statistische Tests erfolgten zweiseitig auf einem Signifikanzniveau von 5 %.

Ergebnisse

Tabelle 1 zeigt die Teilnahmequoten an der Vorsorgekoloskopie nach dem Versichertenstatus und Geschlecht gemäß den Abrechnungsdaten der AOK Baden-Württemberg. Die große Mehrzahl der angeschriebenen 50- bis 54-jährigen Versicherten (n = 84 726) war zum Zeitpunkt des Versands des Anschreibens ausschließlich im Hausarztprogramm eingeschrieben, lediglich 15 777 Personen (18,6 %) nahmen bereits am Facharztprogramm teil – was Voraussetzung für die Nutzung des Angebots der Vorsorgekoloskopie in dieser Altersgruppe war. Insgesamt nutzten 1 574 (1,9 %) der zur Teilnahme Eingeladenen das Angebot zur Vorsorgekoloskopie innerhalb eines Jahres nach Versand des Anschreibens. Mit 3,3 % war die Teilnahmequote bei den bereits zuvor im Facharztprogramm eingeschriebenen Personen sehr viel höher als bei den Personen ohne vorherige Einschreibung im Facharztprogramm (1,5 %, p < 0,0001). Innerhalb beider Gruppen war die Teilnahme bei Männern höher als bei Frauen.

Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie bezogen auf den Versichertenstatus zum Zeitpunkt der Einladung und das Geschlecht
Tabelle 1
Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie bezogen auf den Versichertenstatus zum Zeitpunkt der Einladung und das Geschlecht

Wie Tabelle 2 zeigt, hatte das Beilegen des Risikochecks keinen Einfluss auf die Teilnahmerate. Insbesondere führte es nicht zu einer höheren Teilnahmerate der Männer.

Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie nach Beifügung des Fragenbogens zum Risikocheck zur Einladung
Tabelle 2
Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie nach Beifügung des Fragenbogens zum Risikocheck zur Einladung

Von 1 396 der insgesamt 1 574 Teilnehmer (88,7 %) lagen die Daten des standardisierten Erhebungsbogens für weitere Analysen vor. Tabelle 3 zeigt die Prävalenz des jeweils fortgeschrittensten Befunds bei der Vorsorgekoloskopie. Karzinome, fortgeschrittene Adenome und nichtfortgeschrittene Adenome als fortgeschrittenster Befund wurden bei 4 (0,3 %), 91 (6,5 %) und 218 (15,6 %) der Untersuchten gefunden. Die Prävalenz fortgeschrittener Neoplasien war bei Männern fast doppelt so hoch wie bei Frauen (8,6 % versus 4,5 %, p = 0,0027).

Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Geschlecht
Tabelle 3
Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Geschlecht

Wie Tabelle 4 zeigt, gab es keine signifikanten Unterschiede in der Prävalenz kolorektaler Neoplasien zwischen den mit und ohne Risikocheck angeschriebenen Teilnehmern. Der Risikocheck führte also auch nicht zu einer höheren Entdeckungsrate relevanter Befunde.

Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Risikocheck
Tabelle 4
Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Risikocheck

Die Teilnahmequoten der bereits zum Zeitpunkt des Versands des Anschreibens im Facharztprogramm eingeschriebenen Versicherten waren vergleichbar mit den bundesweiten Teilnahmequoten der 55- bis 59-jährigen anspruchsberechtigten GKV-Versicherten (Tabelle 5). Die Prävalenz fortgeschrittener Neoplasien bei den 50- bis 54-jährigen männlichen Versicherten der AOK Baden-Württemberg (8,6 %) war ebenfalls vergleichbar mit der bundesweiten Prävalenz der männlichen GKV-Versicherten in der Altersgruppe 55–59 Jahre (7,5 %), und zugleich deutlich höher als die bundesweiten Prävalenzen der weiblichen GKV-Versicherten in allen Altersgruppen zwischen 55 und 79 Jahren.

Alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzen fortgeschrittener kolorektaler Neoplasien (Karzinome oder fortgeschrittene Adenome)
Tabelle 5
Alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzen fortgeschrittener kolorektaler Neoplasien (Karzinome oder fortgeschrittene Adenome)

Diskussion

In diesem Modellprojekt der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK wurde das exklusive Angebot der Vorsorgekoloskopie für 50- bis 54-jährige Versicherte im Facharztprogramm in vergleichbarem Umfang (Frauen) beziehungsweise etwas stärker (Männer) wahrgenommen als das Angebot der Vorsorgekoloskopie bei 55- bis 59-Jährigen auf nationaler Ebene. Unter den 50- bis 54-jährigen männlichen Teilnehmern fand sich eine höhere Prävalenz fortgeschrittener Neoplasien (8,6 %) als bei weiblichen GKV-Versicherten aller Altersgruppen, die im Jahr 2014 in Deutschland eine Vorsorgekoloskopie in Anspruch genommen haben.

Die deutlich niedrigere Teilnahmequote bei Versicherten, die zum Zeitpunkt des Versands des Anschreibens noch nicht in das Facharztprogramm eingeschrieben waren, ist wenig überraschend, da die Teilnahme bei diesen an das Einschreiben in das Programm gekoppelt war.

Aber auch die Teilnahmequote von 3,3 % bei den bereits ins Facharztprogramm eingeschriebenen Personen erscheint auf den ersten Blick niedrig. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die Vorsorgekoloskopie bei durchschnittlichem Risiko einmal in 10 Jahren wahrgenommen werden soll. Die 10-Jahres-Teilnahmequote wäre daher ein aussagekräftigerer Indikator der Akzeptanz dieses Vorsorgeangebots als die hier berichtete 1-Jahres-Teilnahmequote. Sie kann naturgemäß für das Modellprojekt derzeit noch nicht ermittelt werden. Für das bundesweite Angebot der Vorsorgekoloskopie ab 55 Jahren liegt sie in der Größenordnung von 20–30 %. Auch die 10-Jahres-Teilnahmequote erscheint auf den ersten Blick eher niedrig. Allerdings nimmt im selben Zeitraum ein mindestens ebenso großer Anteil der Versicherten eine Koloskopie aufgrund einer anderen Indikation (zum Beispiel der Abklärung eines positiven Tests auf Blut im Stuhl oder von Beschwerden) wahr. Daher liegt die 10-Jahres-Inanspruchnahme der Koloskopie bei den über 55-Jährigen in Deutschland insgesamt mittlerweile bei circa 55 % (20).

Da auch bei Koloskopien aufgrund anderer Indikationen (zumeist sogar in größerer Häufigkeit) Darmkrebs und seine Krebsvorstufen entdeckt und abgetragen werden können (21), profitiert mittlerweile die Mehrheit der Bevölkerung ab 50 Jahren von dem präventiven Potenzial der Darmspiegelung. Das schlägt sich inzwischen in den deutlich rückläufigen Darmkrebs-Inzidenzraten nieder (19).

Daten zur Prävalenz kolorektaler Neoplasien bei 50- bis 54-jährigen Teilnehmern der Vorsorgekoloskopie lagen für Deutschland bisher nicht vor, da diese anderweitig bislang erst ab 55 Jahren angeboten wird. Die beobachteten alters- und geschlechtsspezifischen Prävalenzmuster stehen jedoch im Einklang mit entsprechenden Mustern in Österreich, wo die Vorsorgekoloskopie bereits ab dem Alter von 50 Jahren routinemäßig angeboten wird (22). In einem Modellprojekt der KV Bayern wurden Prävalenzen fortgeschrittener Neoplasien bei 50- bis 54-jährigen Personen ermittelt, bei denen zwischen 2006 und 2008 eine Koloskopie aufgrund eines positiven Tests auf Stuhl im Blut oder zur diagnostischen Abklärung auffälliger Befunde durchgeführt worden war (21). Diese Prävalenzen spiegeln allerdings nicht die bei einem Koloskopie-Screening zu erwartenden Prävalenzen wider. So sind die Prävalenzen insbesondere der bereits bestehenden Karzinome bei Personen mit positivem Stuhlbluttest durchweg höher; auch bei anderweitigen diagnostischen Koloskopien sind Personen mit bereits bestehenden Karzinomen überrepräsentiert. In Übereinstimmung mit unseren Daten fanden sich aber auch bei Koloskopien, die aufgrund eines positiven Stuhlbluttests oder zu Diagnosezwecken durchgeführt wurden, über alle Altersgruppen hinweg konsistent höhere Prävalenzen bei Männern. Die in der Altersgruppe 50- bis 54 Jahre bei Männern beobachteten Prävalenzen lagen ebenfalls deutlich über den bei Frauen zwischen 55 und 69 Jahren gefundenen Prävalenzen.

Als Maß für den zu betreibenden Aufwand in Relation zum erwarteten Ertrag einer Vorsorgeuntersuchung wird häufig die Zahl der erforderlichen Untersuchungen zur Entdeckung eines relevanten Befundes (hier: einer fortgeschrittenen Neoplasie) herangezogen. Diese ergibt sich als reziproker Wert der hier berichteten Prävalenzen. Unsere Daten ergeben für die Altersgruppe 50–54 eine „number needed to screen“ (NNS) von 11,6 (95-%-Konfidenzintervall: [9,3; 14,7]) für die Männer und von 22,2 [15,5; 32,3] für die Frauen. Nach den bundesweiten Daten liegt diese Zahl bei Frauen mit Werten zwischen 13,3 und 23,3 auch in den Altersgruppen zwischen 55 und 79 Jahren deutlich über dem für Männer in der Altersgruppe 50–54 beobachteten Wert.

Die Ergänzung des Anschreibens um einen einfachen persönlichen Risikocheck (Abfrage von 6 Risikofaktoren) hatte in unserer Untersuchung keinen Einfluss auf die Teilnahmerate. In der Gruppe mit Risikocheck fand sich auch keine höhere Prävalenz an Neoplasien als in der Gruppe der Teilnehmer ohne Risikocheck. Das führt zu dem Schluss, dass der Risikocheck nicht zu einer höheren Entdeckungsrate relevanter Befunde führte. Ob mittels differenzierterer Risikochecks (zum Beispiel [23, 24]) oder eventuell auch genetischen Risikoscores eine bessere Risikostratifikation und Effizienz im Sinne einer personalisierten Vorsorge erzielt werden kann, sollte in weiteren Studien geprüft werden.

Zu den Stärken unserer Studie gehört die erstmalige Erfassung der bei dem Angebot der Vorsorgekoloskopie im Alter von 50–54 Jahren zu erwartenden Prävalenzen kolorektaler Neoplasien in einem landesweiten Modellprojekt einer großen Krankenkasse in einem der bevölkerungsreichsten Bundesländer. Die Repräsentativität der Ergebnisse für Deutschland kann aufgrund unserer Daten nicht direkt beurteilt werden. Die Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopie ab 55 Jahren liegt in Baden-Württemberg jedoch sehr nahe am bundesweiten Durchschnitt (15). Daher dürften zumindest regionale Besonderheiten im Vorsorgeverhalten der Teilnehmer und in den beobachteten Prävalenzen eine eher geringe Rolle spielen. Selektionseffekte durch die Fokussierung auf im Hausarztprogramm und Facharztprogramm eingeschriebene Versicherte der AOK sind dagegen nicht auszuschließen.

Trotz dieser Einschränkung zeigt diese Untersuchung, dass die Prävalenz fortgeschrittener Neoplasien bei Männern bereits in der Altersgruppe 50–54 Jahre höher liegt als bei Frauen aller Altersgruppen ab 55 Jahren. Da die Vorsorgekoloskopie bei über 55-jährigen Frauen und Männern effektiv und kosteneffektiv (wenn nicht sogar kostensparend) ist (25, 26), ist aufgrund unserer Daten davon auszugehen, dass dies in der Altersgruppe 50–54 Jahre zumindest auch für die Männer zutrifft. Unsere Ergebnisse unterstützen daher die Forderung nach einem Angebot der Vorsorgekoloskopie zumindest für Männer schon ab 50 Jahren.

Förderung

Die Studie wurde durch die AOK Baden-Württemberg gefördert.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 23. 9. 2016, revidierte Fassung angenommen: 16. 11. 2016

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hermann Brenner
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg
h.brenner@dkfz.de

Zitierweise
Brenner H, Zwink N, Ludwig L, Hoffmeister M: Should screening colonoscopy be offered from age 50? Results from a statewide pilot project, and from a randomized intervention study. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 94–100. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0094

@The English version of this article is available online:
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Abteilung Präventive Onkologie, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), Heidelberg: Prof. Dr. med. Brenner
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg: Prof. Dr. med. Brenner
Praxis für Gastroenterologie und Innere Medizin, Dornstadt: Prof. Dr. med. Ludwig
Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie bezogen auf den Versichertenstatus zum Zeitpunkt der Einladung und das Geschlecht
Tabelle 1
Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie bezogen auf den Versichertenstatus zum Zeitpunkt der Einladung und das Geschlecht
Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie nach Beifügung des Fragenbogens zum Risikocheck zur Einladung
Tabelle 2
Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie nach Beifügung des Fragenbogens zum Risikocheck zur Einladung
Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Geschlecht
Tabelle 3
Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Geschlecht
Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Risikocheck
Tabelle 4
Fortgeschrittenster Befund bei der Vorsorgekoloskopie nach Risikocheck
Alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzen fortgeschrittener kolorektaler Neoplasien (Karzinome oder fortgeschrittene Adenome)
Tabelle 5
Alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzen fortgeschrittener kolorektaler Neoplasien (Karzinome oder fortgeschrittene Adenome)
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