MEDIEN

Neue Medien: Youtube-Kanal soll Jungen erreichen

Dtsch Arztebl 2017; 114(6): A-278 / B-246 / C-242

Rosellen, Jens; Kranz, Jennifer; Grundl, Sebastian; Convent, Christoph; Steffens, Joachim A.

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Jedes pubertierende Mädchen weiß, wie wichtig der Besuch beim Gynäkologen ist, wenn es um Fragen zur eigenen Entwicklung oder der Kontrazeption geht. Doch was ist mit den Jungen? Ein neuer Youtube-Kanal will bei der Aufklärung helfen.

Über das Thema Hodenverdrehung klärt einer der Kurzfilme auf.
Über das Thema Hodenverdrehung klärt einer der Kurzfilme auf.

Die U-Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten bei Mädchen und Jungen finden von der Geburt bis zum 6. Lebensjahr statt. Die Jugend-Vorsorgeuntersuchungen sind eine Fortsetzung der U-Reihe und sollten zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr beziehungsweise zwischen dem 17. und 18. Lebensjahr durchgeführt werden. Doch was passiert danach? Mädchen gehen zum Gynäkologen – und Jungen? Nach den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt ist für sie kein geplanter Arztkontakt vorgesehen.

Fragen von Schülern

Vor diesem Hintergrund hat das St. Antonius-Hospital Eschweiler einen Videokanal auf Youtube geschaffen, in dem urologische Fragen von pubertierenden Jungen verständlich beantwortet werden (http://d.aerzteblatt.de/WN71). Männliche Heranwachsende finden dort fachlich versierte Informationen zur körperlichen und emotionalen Entwicklung in der Pubertät, zur Sexualität, über gesundheitsbewusstes Verhalten, typische urologische Erkrankungen oder altersgerechte Impfungen. Ziel ist es, Jungen frühzeitig zu sensibilisieren und ihr Gesundheitsbewusstsein zu wecken, sodass der Gang zum Arzt so selbstverständlich wie bei Mädchen und Frauen wird.

Die Kurzfilme für den Youtube-Kanal produziert das Klinikum kostenneutral, vor allem durch das Engagement der Projektbeteiligten Mitarbeiter der Abteilung Urologie und der Abteilung Unternehmenskommunikation und Marketing. Bislang sind sechs Kurzfilme erschienen (Krebs durch Radfahren, Pendelhoden, Hodenverdrehung, Brennen beim Pinkeln, Hodenkrebs und HPV-Impfung für Jungen); weitere sechs sind produziert (Phimose, Schmerzen an den Hoden, Sexuell übertragbare Krankheiten, Tripper, Unterschiedlich große Hoden und Pubertätsbrustschwellung).

Viele Fragen, die in den rund ein bis zwei Minuten dauernden Kurzfilmen beantwortet werden, sind von Schülern gestellt, die zuvor im Rahmen der Sexualaufklärung im Biologieunterricht von Mitarbeitern der Klinik für Urologie des St. Antonius-Hospitals unterrichtet worden waren. In eine Box konnten die Schüler im Anschluss an die Stunde ihre Fragen werfen, die sie sich im Klassenraum nicht zu fragen trauten. Die Antworten liefern die Urologen des St. Antonius-Hospitals nun in den Filmen. Auf Youtube können die User aber auch inter-agieren, indem sie per E-Mail oder Kommentarfunktion – anonym – ihre Fragen stellen, die dann wiederum in kommenden Beiträgen beantwortet werden sollen. Derzeit sind noch sieben Fragen offen, an denen das Team der Urologie arbeitet.

Aufklärung von Urologen

Das Anliegen, das Gesundheitsbewusstsein von Jungen zu verbessern, haben sich auch der Berufsverband der Deutschen Urologen und die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) auf die Fahnen geschrieben. Beide haben in Zusammenarbeit mit der Ärztlichen Gemeinschaft zur Gesundheitsförderung die Jungensprechstunde eingerichtet, die gezielt eine Vorsorgeuntersuchung für Jungen und junge Männer etablieren will. Ziel ist es, dem männlichen Teenager in entspannter Atmosphäre wichtige Informationen über den körperlichen Wandel in der Pubertät zu geben und offene Fragen über seinen Körper und seine Sexualität zu beantworten. Dazu gehören eine körperliche Untersuchung und etwa die Möglichkeit, den Impfpass auf Vollständigkeit zu überprüfen. Besonders wichtig ist dabei die voraussichtlich ab 2018 von der Ständigen Impfkommission auch für Jungen vorgesehene Impfung gegen humane Papillomaviren. Die Organisationen haben gemeinsam in der Broschüre „Starke Infos für Jungen“ (http://d.aerzteblatt.de/FU64) relevante Infos für männliche Teenager zusammengefasst.

Dr. med. Jens Rosellen, Dr. med. Jennifer Kranz, Sebastian Grundl, Christoph Convent, Prof. Dr. med. Joachim A. Steffens

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