ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2017Kardiovaskuläre Mortalität: Deutschland nur im Mittelfeld

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Kardiovaskuläre Mortalität: Deutschland nur im Mittelfeld

Dtsch Arztebl 2017; 114(6): A-272 / B-242 / C-239

Lenzen-Schulte, Martina

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Trotz bester Therapiemöglichkeiten steht Deutschland im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld, was die kardiovaskuläre Mortalität angeht. So lautet das ernüchternde Fazit einer europaweiten Vergleichsstudie. In Europa sterben jährlich mehr als 4 Millionen Menschen an kardiovaskulären Erkrankungen; 1,4 Millionen, bevor sie ein Alter von 75 Jahren erreicht haben, knapp 700 000 sind jünger als 65 Jahre.

Die Studie belegt, dass Deutschland in Bezug auf die altersstandardisierte CVD-Sterblichkeitsrate (ASDR) mit Griechenland und Finnland vergleichbar ist, aber deutlich schlechter abschneidet als etwa Frankreich, die Niederlande, Spanien oder Großbritannien. So gelang die Senkung der Mortalität innerhalb eines Jahrzehnts (bezogen auf die jeweils letztverfügbaren Daten) in Deutschland bei den Männern um 29,7 %, in Großbritannien um 42,7 %, in Luxemburg um 49,7 % und in Portugal um 40,1 %. Dies schmälert die eigentlich positive Bilanz des unlängst veröffentlichten Deutschen Herzberichtes 2016, wonach es gelungen ist, die Sterblichkeit aufgrund von Herzinfarkten, ischämischer Herzkrankheit und KHK zu senken.

Auch im Hinblick auf die Disability-adjusted live years (DALY) liegt Deutschland abgeschlagen hinter Ländern wie Irland, Schweiz, Niederlande oder Norwegen. Ein DALY steht dabei für den Verlust der Gesundheit über ein Jahr hinweg aufgrund von kardiovaskulären Erkrankungen, koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall. Und Spitzenreiter ist Deutschland unter allen OECD-Staaten, was die Dauer des Kranken­haus­auf­enthaltes nach einem akuten Myokardinfarkt angeht: In keinem anderen Land überschritt die durchschnittliche Zeit 10 Tage, lediglich in Deutschland (10,3). Am schnellsten werden die Patienten in den nordischen Staaten, in Dänemark (3,9), Norwegen (4,0) und Schweden (4,7), entlassen. mls

Townsend N, et al.: Cardiovascular disease
in Europe: epidemiological update 2016.
Eur Heart J (2016) 37 (42): 3232–45.

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