AKTUELL

Öffentliche Anhörung: Kindesmissbrauch findet oft in Familie statt

Dtsch Arztebl 2017; 114(6): A-241 / B-217 / C-217

Gießelmann, Kathrin

Das Entschädigungsverfahren für die Opfer von Kindesmissbrauch ist nach Ansicht der zuständigen Kommission weiterhin verbesserungsbedürftig. Foto: Fotolia/soupstock
Das Entschädigungsverfahren für die Opfer von Kindesmissbrauch ist nach Ansicht der zuständigen Kommission weiterhin verbesserungsbedürftig. Foto: Fotolia/soupstock

Seit der Gründung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs (UKASK) vor einem Jahr haben die Kommission fast 700 Anmeldungen von Betroffenen erreicht. Bei mehr als 400 davon handelte es sich um Fälle aus dem familiären Kontext und sozialen Umfeld. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu einer Reihe von öffentlichen Hearings der UKASK. Im Mittelpunkt steht das Anliegen der Betroffenen, dass ihre Geschichten gehört werden. „Geldzahlungen als Entschädigung sind das eine, was sich Betroffene wünschen“, sagte Jens Brachmann, Mitglied der UKASK. Ebenso groß sei der Wunsch nach einer Anhörung und Rehabilitation. Kritik übten die UKASK-Mitglieder am Opferentschädigungsgesetz. „Das Entschädigungsverfahren ist auch nach sieben Jahren, als wir es zum ersten Mal thematisiert haben, nicht so ausgestattet, dass es den Betroffenen hilft“, sagte Christine Bergmann. Nicht einmal einen Referentenentwurf für eine Novelle gebe es. „Andrea Nahles hat ihren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag, das soziale Entschädigungsrecht zu reformieren, nicht umgesetzt“, ergänzte Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und Ständiger Gast der Kommission. Und das, obwohl die Empfehlung des runden Tisches bereits seit 2011 vorliege. gie

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