ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2017EBM-Ratgeber: Medikationsplan (Teil 2) – Einzelleistungsvergütung

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EBM-Ratgeber: Medikationsplan (Teil 2) – Einzelleistungsvergütung

Dtsch Arztebl 2017; 114(6): A-282 / B-250 / C-246

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Die Abrechnung des bundeseinheitlichen Medikationsplans (MP) in Papierform erfolgt nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Teil 2 dieses EBM-Ratgebers beschreibt, wann für Patienten die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 01630 berechnet werden kann.

Im § 29 a des Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen gesetzlich Krankenversicherte einen Anspruch auf den neuen, einheitlichen MP haben. Im Wesentlichen besteht ein Anspruch dann, wenn der Patient mindestens drei verschiedene, systemisch wirkende und zulasten der GKV verordnete Medikamente mit der Intention erhält, diese über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen anzuwenden. Da Medikationspläne bereits in der Vergangenheit – wenn auch nicht in dieser standardisierten Form – erstellt wurden, wird der zusätzliche Aufwand im Wesentlichen pauschal vergütet (siehe Teil 1 – DÄ 3/2017). Zusätzlich gibt es für wenige Ausnahmefälle mit der GOP 01630 eine Einzelleistung.

Die GOP 01630 (39 Punkte/circa 4,10 Euro) kann nur bei Patienten berechnet werden, die nach den Regelungen im § 29 a BMV-Ä Anspruch auf einen MP haben und die Erstellung eines MP wünschen.

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Den MP erstellt in der Regel der Hausarzt, er ist durch das Gesetz zum Ausstellen verpflichtet. Nur wenn Patienten keinen Hausarzt haben, sind auch Fachärzte zur Ausstellung verpflichtet. Der Arzt, der den Medikationsplan erstellt hat, ist auch zur Aktualisierung verpflichtet. Aber auch andere Ärzte des Patienten sowie Ärzte in Krankenhäusern können den Plan aktualisieren. Die Einzelleistung (GOP 01630) ist daher vor allem für Patienten in hausärztlicher Behandlung und mit Anspruch auf einen MP vorgesehen, bei denen die Voraussetzungen für den Ansatz der Chronikerpauschale und damit für die Zusetzung des pauschalen Zuschlags (noch) nicht erfüllt sind. Hausärzte und Pädiater können die GOP 01630 daher als Zuschlag zur Versichertenpauschale (GOP 03000/04000) berechnen.

Fachärzte können die GOP 01630 bei anspruchsberechtigten Patienten ansetzen, wenn sie eine der fachgruppenspezifischen Zusatzpauschale Onkologie (z. B. GOP 26315), die Grundpauschale Schmerztherapie (GOP 30700) oder die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantationsträgers abrechnen. Auch Hausärzte können die GOP 01630 als Zuschlag zur GOP 30700 ansetzen. Die GOP 01630 kann je Patient einmal im Krankheitsfall (= einmal im Jahr) von einem Arzt abgerechnet werden, jedoch nicht, wenn der Patient bereits einen MP durch einen anderen Arzt erhalten hat.

Nähere Informationen:
www.kbv.de/html/medikationsplan.php KBV

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