ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2017Randnotiz: Medizinische Umzugsgründe

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Randnotiz: Medizinische Umzugsgründe

Dtsch Arztebl 2017; 114(6): A-241 / B-217 / C-217

Maybaum, Thorsten

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Wer unter chronischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Allergien leidet, kann „andere Strategien“ nutzen als den Griff zum Medikament. Das schrieb vor einiger Zeit ein Unternehmen in einer Anzeige in der Rubrik „Immobilie der Woche“ einer Berliner Tageszeitung. Das Allheilmittel gegen die Beschwerden ist so naheliegend, dass man kaum darauf gekommen wäre. „Umziehen“ ist das Mittel der Wahl – und zwar in ein „Gesundheitshaus“. Das allerdings muss man zuerst kaufen. Das Gebäude wird nicht nur nach dem „Reinheitsgebot“ errichtet, es ist auch noch vom „Haus“-Arzt empfohlen, titelt das Unternehmen, das die Therapieansätze mitliefert: Es werden ausschließlich schadstoffgeprüfte, natürliche Baustoffe ohne chemischen Schutz verwendet sowie Dämmstoffe wie Kork oder Holzfasern verbaut. Zunehmend findet Lehmverputzung Verwendung, ebenso werden elektrische Felder in Schlafräumen durch eine Netzfreischaltung unterbunden. Auch wenn die Annonce lustig anmutet und der Hauskauf für die meisten Menschen kaum als Lösung ihrer Beschwerden infrage kommt, ist das Thema an sich ernst zu nehmen. Nicht umsonst befasst sich der Ausschuss Wohnmedizin der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin mit der Erfassung und Bewertung physikalischer, biologischer und chemischer Innenraumbelastungen, wobei insbesondere die Innenraum-assoziierten Gesundheitseffekte und Befindlichkeitsstörungen im Vordergrund stehen, wie es auf der Webseite heißt. Die Gesellschaft hat dem Gesundheitshausanbieter übrigens nach dessen Angaben als erster Fertighaushersteller das Prädikat „wohnmedizinisch empfohlen“ ausgestellt.

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