ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2017Kulturkalender: Ein rätselhaftes Universum

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Kulturkalender: Ein rätselhaftes Universum

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

DRESDEN

10. Februar bis 28. Mai:

Italienbilder des 19. Jahrhunderts

Italien, „das Land, wo die Zitronen blüh’n“, war im 19. Jahrhundert mit seinen antiken Stätten, seiner Renaissancekunst, seinen elegischen Landschaften und seinem magischen Licht das Ziel von Künstlern wie Arnold Böcklin, Max Klinger, Adolph von Menzel, Jakob Philipp Hackert, Camille Corot und William Turner. Zahlreiche Werke aus dem reichen Bestand des Albertinums sind – nach zum Teil aufwendigen Restaurierungen – erstmals ausgestellt; ergänzt wurden sie um wertvolle Leihgaben. Die großartigen Exponate lassen – vom Klassizismus über die Romantik bis hin zum Realismus und Symbolismus – ein vielschichtiges Italienbild entstehen.

Albertinum, Galerie Neue Meister/Skulpturen-sammlung, Tzschirnerplatz 2, Di.–So. 10–18 Uhr

FRANKFURT

10. Februar bis 5. Juni:

Magritte. Der Verrat der Bilder

1960, sieben Jahre vor seinem Tod, malte der Surrealist René Magritte sein 80 mal 70 Zentimeter großes Gemälde „La colère des dieux“ – „Der Zorn der Götter“ (Bild). Darin thematisierte er auf meisterhafte Weise einmal mehr sein Grundthema, den Unterschied zwischen unserer Wahrnehmung von Realität und der Realität selbst. Nach dem Pariser Centre Pompidou präsentiert die Schirn Kunsthalle die zirka 100 Werke umfassende Retrospektive des Belgiers, der über seine Kunst sagte: „Alles in meinen Arbeiten kommt aus der Gewissheit, dass wir in Wirklichkeit Teil eines rätselhaften Universums sind.“

Schirn Kunsthalle, Römerberg, Di. und Fr.–So.
10–19, Mi./Do. 10–22 Uhr

OBERHAUSEN

Bis 14. Mai:

Let’s buy it! Von Dürer bis Richter

Vom 15. Jahrhundert bis heute, vom Kupferstich bis zur Installation, beleuchtet die Schau die vielschichtige Verbindung zwischen Kunst und Geld beziehungsweise Kunst und Konsum: Als Vorreiter wird Albrecht Dürer angeführt, der sich an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit als einer der ersten Kunstunternehmer etablierte. Neben Aspekten wie Kopie und Fälschung von Originalwerken geht es auch um die im 20. und 21. Jahrhundert explodierenden Kunstpreise. Der Konsum als explizites Motiv der Kunst wird unter anderem anhand der Arbeiten Andy Warhols und der Pop Art vorgestellt.

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Konrad-
Adenauer-Allee 46, Di.–So. 11–18 Uhr

Potsdam

Bis 28. Mai:

Klassiker der Moderne

Mit zwei hochkarätigen, thematisch verbundenen Ausstellungen eröffnete am 23. Januar 2017 im Herzen Potsdams das neue private Kunstmuseum Barberini des Stifters und Mäzens Hasso Plattner („SAP“): „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ illustriert anhand von rund 80 Gemälden von Meistern wie Monet, Renoir und Caillebotte, wie sehr die Entdeckung der Natur die Kunst des 19. Jahrhunderts beeinflusste. „Klassiker der Moderne“ ermöglicht mit sechs verschiedenen „Kunstgeschichten“ einen facettenreichen Blick auf die Moderne – darunter: „Aufbruch in die Fläche. Nach dem Impressionismus“ und „Bewegte Körper. Rodin im Dialog mit Monet“.

Museum Barberini, Alter Markt, Humboldtstr. 5–6,
Mi.– Mo. 11–19, 1. Do./Monat 11–21 Uhr

SCHWEINFURT

Bis 23. April:

Johann Georg von Dillis

Rund 10 000 Arbeiten hat er hinterlassen und doch beklagt, dass er als einflussreicher Staatsbeamter und Museumsdirektor in München zu wenig Zeit für die eigene Kunst hatte: Johann Georg von Dillis (1759–1841). Während seiner Italienreisen fand er früh zu einer atmosphärischen Lichtmalerei und schuf fortan für seine Zeit überraschend naturalistisch-avantgardistische Landschaften, Himmelsstudien, Genrebilder und Porträts. In der Ausstellung sind mehr als 70 Gemälde, Aquarelle, Ölskizzen und Zeichnungen des Künstlers zu sehen.

Museum Georg Schäfer, Brückenstraße 20,
Di.–So. 10–17. Do. 10–21 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Mit dem Tod tanzen

© Courtesy Galerie Henze & Ketterer
© Courtesy Galerie Henze & Ketterer

Ursprünglich erschienen sie als Wandgemälde auf Mauern von Kirchen, Klöstern und Beinhäusern: Die Totentänze des Mittelalters – Menschen jeden Alters und Standes, die einen Reigen mit dem Tod tanzen und von ihm weggerafft werden. Angesichts des damals massenhaften Sterbens etwa durch die Pest, half die Bilderbotschaft von der Universalherrschaft des Todes beim Umgang mit der Endlichkeit. Das Motiv haben Künstler seitdem immer wieder aufgegriffen, wie aktuell zwei reizvolle Ausstellungen in Osnabrück zeigen: Während im Felix-Nussbaum-Haus der Fokus auf den Darstellungen des frühen 20. Jahrhunderts liegt (Bild: Ernst Ludwig Kirchner, „Totentanz der Mary Wigman“, 1926), nähert sich das Diözesanmuseum dem Totentanz aus historischer und religiöser Perspektive und zeichnet seine Entwicklung bis in die frühe Neuzeit nach.

„Im Angesicht des Todes“, Diözesanmuseum, Domhof 12, Osnabrück, Di.–So. 10–18 Uhr (11. Februar bis 25. Juni); „Tanz und Tod in der frühen Kunst des 20. Jahrhunderts“, Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Straße 2, Osnabrück, Di.–Fr. 11–18, Sa./So. 10–18 Uhr (12. Februar bis 25. Juni)

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