ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2017Studie: Frauen sind im Job zu selbstkritisch

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Studie: Frauen sind im Job zu selbstkritisch

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Frauen bewerten sich im Berufsleben zu kritisch. Offenbar schätzen sie ihre beruflichen Kompetenzen selbst weit niedriger ein, als ihr direktes Umfeld dies tut. Das jedenfalls ergab eine Studie der Internationalen Hochschule Bad Honnef, Bonn (IUBH), die branchenübergreifend die Kompetenzen von mehr als 1 000 Mitarbeitern in verschiedenen Funktionen untersucht hat.

Foto: Fotolia/Kitty
Foto: Fotolia/Kitty

Den Ergebnissen zufolge neigen zwar sowohl Männer als auch Frauen zur Selbstkritik. Doch ist diese Neigung bei Frauen deutlich stärker ausgeprägt. So stufen sich Frauen insbesondere in Kompetenzfeldern, die extrovertiertes und strategisches Verhalten erfordern, wie Verhandlungsgeschick oder Gesprächsführung, selbstkritischer ein als ihre männlichen Kollegen. Demgegenüber neigen Männer dazu, sich in kommunikativen Bereichen wie Einfühlungsvermögen oder Kunden- und Dienstleistungsorientierung leicht selbst zu überschätzen. Frauen wiederum werden von ihrem direkten Umfeld, zum Beispiel von Kollegen und Vorgesetzten, positiver wahrgenommen, als sie sich selbst sehen. Diese Differenz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung lag bei den teilnehmenden Frauen um rund ein Drittel höher als bei den Männern. Auch waren ihre tatsächlichen Kompetenzen deutlich höher, als sie diese selbst einschätzten.

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Nach Ansicht von Prof. Dr. Kurt Jeschke von der IUBH stehen sich Frauen durch unbegründete Selbstkritik auf dem Karriereweg selbst im Weg. „Frauen halten sich bei Gehaltsverhandlungen oder bei der Bewerbung um Führungspositionen stärker zurück als ihre männlichen Kollegen, weil sie ihre Kompetenzen selbst eher niedrig einstufen“, sagte er. Wer den Gender-Gap überwinde, helfe nicht nur den Frauen selbst. Unternehmen, die Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeitern minimierten, folgten nicht nur ethischen Standards der Chancengleichheit. Sie hätten auch Vorteile im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter. „Eine entsprechende Personalpolitik steigert die Attraktivität der Arbeitgebermarke und verbessert die Chancen, talentierte Fachkräfte zu rekrutieren.“ EB

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