Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Im Beitrag „Guter Rat ist nicht immer teuer“ ... findet sich unter der Überschrift „Hygiene für Anthroposophen“ der Hinweis „Auch anthroposophische Praxen sind inzwischen aufgerufen, sich mit ihren spezifischen Hygieneanforderungen auseinanderzusetzen“, wobei auf eine Publikation von Franz Sitzmann verwiesen wird. Schon der Titel der Arbeit „Hygienische Besonderheiten der Arbeit an anthroposophischen Kliniken“ (Krankenhaushygiene up2date 2016; 11 (03): 231–43) legt allerdings nahe, dass es hier nicht um Arztpraxen geht.

Gleichwohl ist der Artikel von Frank Sitzmann sehr anregend, erweitert er doch den Blickwinkel über die Vermeidung der Verbreitung von Krankheitserregern hinaus beispielsweise auf eine „menschenwürdige Gestaltung der Patientenumgebung“ wie etwa eine angemessene, nicht beeinträchtigende Vorgehensweise in der Begleitung von Lebensbeginn und -ende. In der Geburtshilfe auftretende Hygienefragen in Zusammenhang mit dem wünschenswerten nahen Kontakt von Neugeborenen zu ihren Eltern werden ebenso behandelt wie die Möglichkeit, Pyodermien beispielsweise mit antiseptisch wirkendem Thymiantee oder ätherischen Ölen zu behandeln (wodurch unnötiger Einsatz von Antibiotika mit der Gefahr von Resistenzentwicklungen vermieden werden kann) oder Fragen in Zusammenhang mit der Aufbahrung Verstorbener.

Auch Aspekte der Sinneshygiene werden berührt. Hierzu gehört beispielsweise die Frage, wie eine Klinik riecht. So kann ein niedrig dosierter Zusatz pflanzlicher ätherischer Öle zu Putzmitteln zu einem positiven Lebensgefühl von Patienten und Mitarbeitern beitragen. Anders als gelegentlich angenommen, sprechen allergologische Überlegungen nicht gegen ein solches Vorgehen.

Anzeige

Selbstverständlich sind anthroposophische Praxen in gleicher Weise wie alle anderen Institutionen im Gesundheitswesen zur sachgemäßen Integration erforderlicher Hygienemaßnahmen aufgerufen, bei dem zitierten Beitrag handelt es sich aber eher um Anregungen aus der Praxis anthroposophischer Krankenhäuser, von denen viele durchaus in die allgemeine Medizin einfließen könnten.

Markus Sommer, 81241 München, Prof. Dr. med. David D. Martin, 72076 Tübingen

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema