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Ärztemangel: Mehr Medizinstudienplätze als Rezept

Dtsch Arztebl 2017; 114(7): A-294 / B-260 / C-256

Hillienhof, Arne

Mehr Mediziner sind notwendig, auch um die Ruhestandswelle der Babyboomer auszugleichen. Foto: dpa
Mehr Mediziner sind notwendig, auch um die Ruhestandswelle der Babyboomer auszugleichen. Foto: dpa

Der Marburger Bund (MB) hat Bund und Länder aufgefordert, ein Finanzkonzept zum Ausbau von Medizinstudienplätzen zu vereinbaren. Ein Ausbau der Studienplätze um mindestens zehn Prozent, den auch die Bundes­ärzte­kammer fordert, könnte nach Einschätzung der Ärztegewerkschaft „ein sehr wirksames Rezept gegen den spürbaren Ärztemangel in Klinik und Praxis“ sein. „Der Masterplan zur Reform des Medizinstudiums bietet die große Chance, mehr geeignete Bewerber zum Studium zuzulassen“, erklärte MB-Vizevorsitzender Dr. med. Andreas Botzlar. Er begrüßte die für 2019 geplante Errichtung einer Medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg, die mehr als 200 neue Medizinstudienplätze pro Jahrgang schaffen soll. Unverständlich sei dagegen, warum gerade Bayern einen Teil dieser Studienplätze nur unter Vorbehalt vergeben wolle und für eine Landarztquote bei der Studienzulassung eintrete. Eine solche sanktionsbewehrte Verpflichtung sei nicht nur weltfremd, sie widerspreche auch dem Wesen der freien Studien- und Berufswahl. Zudem sei nicht nur die Allgemeinmedizin vom Ärztemangel betroffen. „Auf uns rollt eine riesige Ruhestandswelle zu, wenn die geburtenstarke Babyboomer-Generation in zehn bis fünfzehn Jahren aus dem Beruf ausscheiden wird“, warnte der MB-Vize. Die Politik müsse sich rechtzeitig auf die Lage einstellen, sonst trage sie allein die Verantwortung für eine unvermeidliche Wartelistenmedizin, sagte Botzlar. hil

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