ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2017Bewertungsausschuss: Scheitert die Videosprechstunde am Honorar?

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Bewertungsausschuss: Scheitert die Videosprechstunde am Honorar?

Dtsch Arztebl 2017; 114(7): A-292

Hillienhof, Arne

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Videosprechstunden sollen künftig als Element in die Versorgung von gesetzlich Krankenversicherten eingebunden werden. Nun könnte das Vorhaben allerdings an der Honorierung scheitern. Informationen des Bundesverbandes Internetmedizin (BIM) zufolge sieht ein Beschlussentwurf des Bewertungsausschusses, in dem Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband über die Vergütung für die Leistung verhandeln, eine Honorierung von 137 Punkten vor. Das entspräche einem Erlös von 14,43 Euro. Von offizieller Seite konnten die Zahlen nicht bestätigt werden. Die KBV verwies auf die laufenden Verhandlungen.

Die Honorierung der Videosprechstunde wird derzeit im Bewertungsausschuss erhandelt. Foto: CanStockPhoto
Die Honorierung der Videosprechstunde wird derzeit im Bewertungsausschuss erhandelt. Foto: CanStockPhoto

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) bezeichnete die Pläne dennoch als einen „Schlag ins Gesicht der – vor allem auf dem Lande wegen Ärztemangels – unterversorgten Patienten“. Aus Sicht des BIM steht die möglicherweise geplante Bewertung der Videosprechstunde in keiner sinnvollen Relation zu der ärztlichen Leistung, die erbracht werde. Der Verband echauffiert sich zudem, dass eine Deckelung der ärztlichen Leistung auf maximal 17,5 Videosprechstunden pro Quartal und Praxis geplant sei. Dies bedeute, dass ein Patient statistisch gesehen etwa alle elf Jahre die Möglichkeit einer Videosprechstunde bekommen könnte, heißt es. hil

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