ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2017HIFU und Schilddrüse (3): Heiße und kalte Knoten auflösen

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HIFU und Schilddrüse (3): Heiße und kalte Knoten auflösen

Dtsch Arztebl 2017; 114(7): A-321

EB

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Fast 20 % der Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten. Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang können die Folge sein. Das Universitätsklinikum Frankfurt hat das Verfahren des hochintensiven fokussierten Ultraschalls (HIFU) jetzt erstmals in Deutschland zur Entfernung von Schilddrüsenknoten eingesetzt. Im Gegensatz zur Radiofrequenzablation (RFA) und Mikrowellenablation (MWA) erfolgt der hochfokussierte Ultraschall (HIFU) komplett nicht-invasiv. Hierfür wird das Gerät lediglich von außen auf den Schilddrüsenknoten gerichtet.

Bei der Ablation wird ein Volumen in der Größe eines Reiskorns erhitzt. „Der Kopf des Geräts dient zugleich der Therapiedurchführung und -überwachung in Echtzeit“, erläutert Prof. Frank Grünwald, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum. Bei der HIFU-Thermoablation von Schilddrüsenknoten wird eine Temperatur von mindestens 60° C in der Ablationszone angestrebt. Die Behandlung erfolgt ambulant unter Lokalanästhesie und dauert in Abhängigkeit von der Knotengröße zwischen 15 bis 45 Minuten.

Es hat sich gezeigt, dass sowohl gutartige hypofunktionelle („kalte“), indifferente oder hyperfunktionelle („heiße“) Schilddrüsenknoten mit der HIFU erfolgreich behandelt werden können. Das Volumen der Knoten ist nach 3 Monaten bei einmaliger HIFU-Behandlung um etwa 50 % reduziert. Dafür darf das Ausgangsvolumen der zu behandelnden Knoten jedoch nicht zu groß sein (bis circa 10 ml). Das Behandlungssystem definiert automatisch Sicherheitsabstände zu Luftröhre, Halsschlagader und Haut, um diese zu schützen – dadurch müssen Randbereiche des Schilddrüsenknotens unter Umständen aus dem Zielvolumen herausgenommen werden. EB

Weitere Informationen: www.forum-schilddruese.de

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