ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2017Depressionen: Bundeskanzlerin fordert Entstigmatisierung

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Depressionen: Bundeskanzlerin fordert Entstigmatisierung

Dtsch Arztebl 2017; 114(9): A-394 / B-342 / C-334

dpa

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Über psychische Erkrankungen muss früher aufgeklärt werden, lautete eine Forderung beim Treffen im Bundeskanzleramt. Foto: picture alliance
Über psychische Erkrankungen muss früher aufgeklärt werden, lautete eine Forderung beim Treffen im Bundeskanzleramt. Foto: picture alliance

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Handlungsbedarf bei der Aufklärung über Depressionen – und bei Gesprächen mit Arbeitgebern darüber. Viele Menschen trauten sich nicht, über die Erkrankung zu sprechen und kehrten sie unter den Teppich, sagte Merkel bei einer mit internationalen Experten besetzten Konferenz im Kanzleramt. Vom Kanzleramt bis zu Behörden und Unternehmen müsse über Entstigmatisierung gesprochen werden. „Es ist in der Tat ein Thema, das uns alle zu Entwicklungsländern macht.“ Es leuchte jedem ein, wie eng physische und mentale Krankheiten zusammenhingen. „Gesundheit hat sehr viel mit der eigenen Würde zu tun“, sagte Merkel. Burn-out nehme rapide zu.

Die Veranstaltung im Kanzleramt, das Internationale Deutschlandforum, ist eine Plattform für interdisziplinären und interkulturellen Dialog zu weltweit relevanten Zukunftsfragen. Themen waren neben der psychischen Gesundheit auch der Umgang mit Antibiotika und die Frage, wie vernachlässigte Tropenkrankheiten besser bekämpft werden können. Teilnehmer baten Merkel unter anderem, „Reklame für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu machen“. Die Prävention müsse schon bei Kindern und Jugendlichen ansetzen. Über Gefahren von Drogen und Alkohol würden sie früh aufgeklärt – nicht aber über seelische Erkrankungen.

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Merkel versicherte, dass sich sowohl die großen Industrienationen (G7) – sie tagen das nächste Mal im Mai in Italien – als auch die Indu-strie- und Schwellenländer (G20) – sie kommen im Juli unter deutscher Präsidentschaft in Hamburg zusammen – um Gesundheitsfragen kümmern werden. Unter anderem geht es um das Vorgehen bei länderübergreifender Ausbreitung von Infektionskrankheiten und um eine Einschränkung des Antibiotikaeinsatzes. dpa

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