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Der Beitrag der Autoren von Philipsborn et al. „Eine Steuer auf Süßgetränke ist an der Zeit“ greift zweifellos ein auch auf europäischer Ebene politisch brisantes Thema auf. Die Frage, wem nun eine solche Steuer in erster Linie hilft, wird unter dem Einfluss der Lobbyisten nicht einmütig beantwortet werden. Eine Süßgetränkesteuer kann auch zu erheblichen Protesten und dem Gefühl der Bevormundung in der Bevölkerung führen. Ohne Akzeptanz in der Öffentlichkeit wird es nicht gehen. Mit Bezug auf den 2013 erschienenen Bericht 3 „Süßgetränke und Körpergewicht bei Kindern und Jugendlichen“ aus der Reihe Gesund­heits­förder­ung Schweiz ist ergänzend zu erwähnen, dass eine Trendumkehr im Trinkverhalten auch ohne Süßgetränkesteuer möglich ist. Schließlich wird an der Einsicht, dass gesunde Verhaltens- und Ernährungsweisen Kindern und Jugendlichen wirksam vermittelt werden und durch Gesundheitserziehung, durch Fortbildung der Eltern und Lehrer in einer Zivilgesellschaft fest verankert sein müssen, kein Weg vorbeigehen.

Hellhörig sollte die Ärzteschaft mit ihren einschlägigen Fachgesellschaften immer dann werden, wenn die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas unter Jugendlichen infolge einer Steuermaßnahme anzusteigen droht. Aktuell ist hier eine Steuer zu nennen, die den Freizeitsport betrifft, in der Gemeinde Tangstedt/Schleswig-Holstein zurzeit eingeführt werden soll und bundesweit vielerorts bereits besteht oder zu entsprechenden Diskussionen geführt hat. Gemeint ist die Pferdesteuer, die als Aufwandsteuer bei Freizeitreitern ansetzt, aber dem Abbau kommunaler Defizite dienen soll. Diese Kommunalsteuer beeinträchtigt den Freizeitsport in einer wichtigen Bevölkerungsgruppe, nämlich der der Jugendlichen und jungen Frauen. Im Sinne von gesundheitlicher Prävention und Öffentlicher Gesundheit, zu der die Politik verpflichtet ist, ist diese Maßnahme kontraproduktiv.

Prof. Dr. med. Hartmut Dunkelberg, Bad Sooden-Allendorf

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