ÄRZTESTELLEN: Nachgefragt

„Wir vermitteln das Beste aus zwei Welten“

Dtsch Arztebl 2017; 114(9): [4]

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Interview mit Reiner Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales im Landkreis Harburg, Winsen/Luhe

Herr Kaminski, der Landkreis Harburg hat im Jahr 2011 die Initiative „StadtLandPraxis“ gestartet. Warum?

Reiner Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales im Landkreis Harburg, Winsen/Luhe
Reiner Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales im Landkreis Harburg, Winsen/Luhe

Wir haben in Kooperation mit den Krankenhäusern, den niedergelassenen Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung die Kampagne initiiert, um einer gravierenden Unterversorgung mit Hausärzten entgegenzuwirken.

Welche Ziele verfolgen Sie konkret?

Prinzipiell geht es um die Neubesetzung freier Hausarztsitze. Dafür treten wir in den Dialog mit Jobbörsen genauso wie mit Universitäten. Nach unserer Ansicht funktioniert Arztsein heute nicht mehr nur in der Metropole – es gibt Alternativen. Wir vermitteln das Beste aus zwei Welten: Familienfreundlichkeit, eine vorbildliche Schullandschaft, gute Einkaufsmöglichkeiten und viele Kultur- und Freizeitangebote. Das ist Lebensqualität abseits des Praxisalltags.

Wie bringen Sie den Ärzten diese Vorzüge nahe?

Als Leitstelle im Landkreis koordinieren wir Anfragen und Kommunikation in unserem Netzwerk aus vier Kliniken und etwa 80 Hausärzten. Auch stellen wir die hohe Zufriedenheit der Hausärzte mit ihren Arbeitsbedingungen und ihrem Einkommen heraus. Um das zu transportieren, nutzen wir unsere Praktika-Vermittlungen und Verbundweiterbildung. Wir unterstützen die Ärzte bei der Niederlassung und Bildung von Praxisverbünden und bieten Fördermittelberatungen. Mehr dazu unter: www.stadtlandpraxis.de.

Jetzt läuft die Kampagne sechs Jahre. Ihr Resümee?

Wir sind zufrieden, dürfen unser Bemühen aber keinesfalls einstellen. Zurzeit führen wir Gespräche mit fünf Ärzten zur Niederlassung oder Praxisübernahme und mit 16 Weiterbildungsinteressenten. Wir haben mit vier Krankenhäusern im Landkreis, zwei davon in kommunaler Trägerschaft, eine hervorragende Ausgangslage. Zugleich erfordert dieses System aber gezielte und kontinuierliche Prävention – und medizinischen Nachwuchs!

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