ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2017Krankenhäuser: Zahl der Geburtsstationen zurückgegangen

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Krankenhäuser: Zahl der Geburtsstationen zurückgegangen

Dtsch Arztebl 2017; 114(9): A-398 / B-344 / C-336

KNA; afp

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Die Sparpolitik in der Geburtshilfe muss beendet werden, fordern Linke und Hebammen. Foto: picture alliance
Die Sparpolitik in der Geburtshilfe muss beendet werden, fordern Linke und Hebammen. Foto: picture alliance

In Deutschland gibt es immer weniger Krankenhäuser mit einer Geburtsstation. Seit 1991 wurden bundesweit 477 Geburtshilfeeinrichtungen geschlossen, das entspricht einem Rückgang um 40 Prozent. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Demnach gab es 1991 noch 1 186 Geburtsstationen in Kliniken, Ende 2015 waren es nur noch 709.

Besonders viele Kreißsäle wurden im Saarland geschlossen (minus 56 Prozent), dahinter rangieren Baden-Württemberg (minus 45 Prozent), Rheinland-Pfalz (minus 44 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (minus 43 Prozent), Bayern und Schleswig-Holstein (jeweils minus 42 Prozent) sowie Nordrhein-Westfalen (minus 41 Prozent). Am günstigsten war die Entwicklung in Sachsen, wo 22 Prozent der Kreißsäle geschlossen wurden. Die Zahlen hatte die Vizechefin der Linken-Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann, vom Statistischen Bundesamt angefordert und ausgewertet. Sie bemängelte, Geburtsstationen seien in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung nicht profitabel und würden immer häufiger „einfach komplett geschlossen“. Sie mahnte, die medizinische Versorgung von Schwangeren und Kleinkindern dürfe nicht einem Kahlschlag im Gesundheitswesen zum Opfer fallen. Auch die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, Martina Klenk, kritisierte die Schließungen. Die Sparpolitik in der Geburtshilfe an Kliniken gehe auf Kosten der Beschäftigten und der Sicherheit von Müttern und Kindern. Sie müsse deshalb beendet werden. kna/afp

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Avatar #87626
bach
am Dienstag, 14. März 2017, 20:20

Die Geburtenziffer ist wieder so hoch wie vor 33 Jahren

Laut Destatis (Bundesamt für Statistik) beträgt der Anstieg der Geburtenziffer 1,50. 31,1 Prozent der Schwangeren entschieden sich 2015 noch für einen Kaiserschnitt, was der Hebammenverband aber beanstandete.
Die Reduktion der Geburtsstationen hat also mehr Gründe, als die, die hier als betriebswirtschaftlich unrentabel genannt werden.
Wie hoch der Anteil der Hausgeburten oder anderer Einrichtungen im Vergleich zur Krankenhausentbindung war, wurde in der Statistik nicht angegeben.
Es ist aber davon auszugehen, dass Hebammen mit ihren Geburtshäusern und Hausentbindungen die Versorgung der Schwangeren gut abdecken.
Die These, dass die Sparpolitik in der Geburtshilfe an Kliniken auf Kosten der Mütter und Kinder gehe halte ich daher für absurd, da sie nicht bewiesen ist.

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