ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2017QM-Ratgeber: Qualitätsmanagement-Verfahren, -Modelle, -Normen

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QM-Ratgeber: Qualitätsmanagement-Verfahren, -Modelle, -Normen

Dtsch Arztebl 2017; 114(9): A-432 / B-376 / C-366

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Qualitätsmanagement-Verfahren gibt es viele. Wohl am bekanntesten dürfte die DIN EN ISO sein (Deutsches Institut für Normung – Europäische Norm – International Organization for Standardization). Die internationale Normenreihe DIN EN ISO 9000ff beschreibt seit rund 30 Jahren die Einführung, die Organisation, den Aufbau, die Weiterentwicklung und die Leistungsverbesserung sowie die Zertifizierung eines Managementsystems. Die Norm EN ISO 9001 wurde 2015 zuletzt neu gefasst. Es gibt viele Verfahren, die berufs- oder fachspezifisch entwickelt wurden, und die die weltweit anerkannten Standards der DIN berücksichtigen oder darauf aufbauen. Die EN 15224 zum Beispiel ist eine unabhängige Norm für ein QM-System speziell in Organisationen der Gesundheitsversorgung. Sie zitiert die ISO 9001 wortgenau, verstärkt und ergänzt einige der darin enthaltenen Aussagen und setzt starke Akzente auf das Risikomanagement, das Wissensmanagement und interne Kommunikation.

EFQM steht für „European Foundation for Quality Management“ und ein QM-Modell, das die Qualität einer Organisation auf Basis von neun sogenannten Befähiger- und Ergebniskriterien bewertet. Im Vordergrund stehen die regelmäßige Selbstanalyse von Prozessen und Ergebnissen und die Durchführung strukturierter Selbstbewertungen auf dem Weg zu „Business Excellence“. Einrichtungen, die EFQM umgesetzt haben, können sich um einen Qualitätspreis bewerben.

Die Joint Commission (TJC, vormalig JCAHO) ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die bereits 1952 gegründet wurde. Die Kommission akkreditiert Organisationen des Gesundheitswesens auf der Grundlage eines umfassenden Kriterien- und Indikatoren-Kataloges. Im Vordergrund steht die Sicherheit der Versorgung für Patienten. Von einer erfolgreichen Akkreditierung wird hier der Zugang zur Behandlung von Patienten mehrerer großer amerikanischer Krankenkassen abhängig gemacht. Es gibt in Deutschland wenige Krankenhäuser, die sich einer Überprüfung nach den Kriterien der TJC stellen.

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Großes Angebot, großer Markt – In der vertragsärztlichen Versorgung wird neben QM-Verfahren auf Grundlage der ISO am häufigsten QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen® genutzt. Es ist ein QM-Verfahren, das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Kassenärztlichen Vereinigungen speziell für den niedergelassenen Bereich und mit einem Non-Profit-Ansatz entwickelt wurde. QEP ist indikatorenbasiert, modular umsetzbar und checklistenartig aufgebaut. Es kann von den Anwendern schrittweise zum Aufbau eines praxisinternen QM-Systems genutzt werden. Kernstück ist der QEP-Qualitätsziel-Katalog®. Weitere Bausteine sind das QEP-Einführungsseminar®, das QEP-Manual® und das QEP-Zertifizierungsverfahren®. Weitere Verfahren für Akteure im Gesundheitswesen sind KTQ® (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen), EPA (Europäisches Praxisassessment) und KPQM® (KV-Praxisqualitätsmanagement). KBV

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