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Wir danken Herrn Prof. Göring für den wichtigen Hinweis und werden die Diagnostik diesbezüglich komplettieren. Aufgrund des Alters unseres Patienten würde man eher eine erworbene C1-Inhibitor-Defizienz als ein hereditäres Angioödem erwarten (1). Jedoch ist diese insgesamt sehr selten (2) und unwahrscheinlich, weil man wiederholte Episoden erwarten würde (3). Bei unserem Patienten gab es jedoch vor und nach der Tätowierung im Herbst 2014 keine weiteren derartigen Ereignisse (Stand 28. 11. 2016) (4). Hinweise auf isolierte gastrointestinale Manifestationen in der Vergangenheit bestanden nicht. Es lag auch kein Verdacht für typischerweise assoziierte Erkrankungen vor, wie beispielsweise lymphoproliferative Erkrankungen, B-Zell-Malignitäten oder Autoimmunerkrankungen. Vor diesem Hintergrund sehen wir eine erworbene C1-Inhibitor-Defizienz oder ein hereditäres Angioödem weiterhin als unwahrscheinliche Diagnose an.

Dahingegen konnten eindeutig mehrere bekannte Allergene nachgewiesen werden, deren Applikation einen zeitlichen Zusammenhang zur Symptomentwicklung aufweist, sodass wir weiterhin die Verdachtsdiagnose einer schweren allergischen Reaktion für am wahrscheinlichsten halten. Jedoch ist wichtig hervorzuheben, dass auch die genannten Differenzialdiagnosen ebenfalls eine weitere relevante Gesundheitsgefährdung darstellen können, über die Tätowierer und ihre Kunden im Regelfall nicht informiert sind. Somit ergänzt der Kommentar die Kernaussage, dass eine bessere präinterventionelle Aufklärung notwendig ist, damit frisch Tätowierte sich nicht unmittelbar nach einer Tätowierung in potenziell komplizierende Situationen begeben, wie beispielsweise eine Flugreise anzutreten.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0178b

Für die Autoren

Dr. med. Sven Jungmann; M.Sc., MPP

HELIOS Klinik Emil von Behring

Sven.Jungmann@helios-kliniken.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Gelfand JA, Boss GR, Conley CL, et al.: Acquired C1 esterase inhibitor deficiency and angioedema: a review. Medicine 1979; 58: 321 CrossRef MEDLINE
2.
Jolles S, Williams P, Carne E, et al.: A UK national audit of hereditary and acquired angioedema. Clin Exp Immunol 2014; 175: 59 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Agostoni A, Cicardi M: Hereditary and acquired C1-inhibitor deficiency: biological and clinical characteristics in 235 patients. Medicine 1992; 71: 206 CrossRef
4.
Jungmann S, Laux P, Bauer TT, Jungnickel H, Schönfeld N, Luch A: From the tattoo studio to the emergency room. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 672–5 VOLLTEXT
1.Gelfand JA, Boss GR, Conley CL, et al.: Acquired C1 esterase inhibitor deficiency and angioedema: a review. Medicine 1979; 58: 321 CrossRef MEDLINE
2.Jolles S, Williams P, Carne E, et al.: A UK national audit of hereditary and acquired angioedema. Clin Exp Immunol 2014; 175: 59 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Agostoni A, Cicardi M: Hereditary and acquired C1-inhibitor deficiency: biological and clinical characteristics in 235 patients. Medicine 1992; 71: 206 CrossRef
4.Jungmann S, Laux P, Bauer TT, Jungnickel H, Schönfeld N, Luch A: From the tattoo studio to the emergency room. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 672–5 VOLLTEXT

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