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Wir möchten den Kollegen Dieckmann et al. für die wichtige und aus unserer Sicht längst überfällige Veröffentlichung danken (1). Wir schließen uns der Schlussfolgerung an, dass auf Tattoos möglicherweise ganz verzichtet werden sollte, um gesundheitliche, aber auch sozioökonomische Beeinträchtigungen zu vermeiden. Wir selbst warnen seit Jahren vor den möglichen Risiken, die von Tätowierungen ausgehen können (2).

Neben den eher offensichtlichen Risiken des Tätowierens, wie Infektionen und Allergien, sind andere medizinisch relevante Aspekte des Tätowierens eher unbekannt. So sind zeitverzögert aufgetretene potenziell visusbedrohliche Komplikationen, wie Iris bombé, Netzhautabhebung und Makulaödem, beschrieben worden (3). Medizinisch relevant können Tätowierungen auch im Rahmen von diagnostischen Maßnahmen sein. So kann es im Rahmen von MRT-Untersuchungen durch die Erhitzung von in den Tätowierfarben enthaltenen Eisenoxiden zu Verbrennungen kommen. Außerdem besteht die Möglichkeit von Untersuchungsartefakten.

Im sozioökonomischen Kontext sind Tätowierungen ebenfalls kritisch zu betrachten. Berufliche Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten können negativ beeinflusst werden. Offene Stellen in vielen Berufszweigen werden lieber an Personen ohne Körpermodifikationen vergeben, als an Bewerber mit Tätowierungen oder Piercings (4).

Die Entfernung von Tätowierungen gestaltet sich ebenfalls problematisch. Laserbehandlungen erzeugen Spaltprodukte, die toxisch und krebserregend sein können. Wir bevorzugen daher in unserer Praxis die (serielle) Exzision der tätowierten Areale, sofern dies aus funktioneller und ästhetischer Sicht medizinisch vertretbar und praktikabel ist.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0177a

Dr. med. Thorsten Sattler

Dr. med. Dalia Sattler

Hamburg

info@klosterstern-praxis.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Dieckmann R, Boone I, Brockmann SO, Hammerl JA, Kolb-Mäurer A, Goebeler M, Luch A, Al Dahouk S: The risk of bacterial infection after tattooing—a systematic review of the literature. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 665–71 VOLLTEXT
2.
Sattler T, Sattler D: Tätowierungen: Getting inked – oder doch lieber Abziehbildchen?! DOI: 10.3205/15dgpraec139 CrossRef
3.
Ostheimer TA, Burkholder BM, Leung TG, Butler NJ, Dunn JP, Thorne JE: Tattoo-associated uveitis. Am J Ophthalmol 2014; 158: 637–43 CrossRef MEDLINE
4.
Swanger N: Visible body modification (VBM): Evidence from human resource managers and recruiters and the effects on employment. Hospitality Management. 2006; 25: 154–8 CrossRef
1.Dieckmann R, Boone I, Brockmann SO, Hammerl JA, Kolb-Mäurer A, Goebeler M, Luch A, Al Dahouk S: The risk of bacterial infection after tattooing—a systematic review of the literature. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 665–71 VOLLTEXT
2.Sattler T, Sattler D: Tätowierungen: Getting inked – oder doch lieber Abziehbildchen?! DOI: 10.3205/15dgpraec139 CrossRef
3.Ostheimer TA, Burkholder BM, Leung TG, Butler NJ, Dunn JP, Thorne JE: Tattoo-associated uveitis. Am J Ophthalmol 2014; 158: 637–43 CrossRef MEDLINE
4.Swanger N: Visible body modification (VBM): Evidence from human resource managers and recruiters and the effects on employment. Hospitality Management. 2006; 25: 154–8 CrossRef

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