ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2017Schwangerschaft und Stillzeit: Alternativen zu Psychopharmaka

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Schwangerschaft und Stillzeit: Alternativen zu Psychopharmaka

PP 16, Ausgabe März 2017, Seite 135

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Viele psychisch erkrankte Frauen stehen einer medikamentösen Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit ablehnend gegenüber. Zwar erhöhen die meisten Psychopharmaka nur geringfügig das Risiko für Fehlbildungen und postnatale Komplikationen, aber der Befürchtung, das Kind könne geschädigt werden, ist mit diesem Argument kaum beizukommen. Die Autoren haben mehrere Psychotherapiestudien analysiert, um herauszufinden, welche Alternativen es zu Psychopharmaka gibt. Sie konzentrierten sich hierbei auf verschiedene Verfahren sowie auf nichtinvasive Hirnstimulation, unter anderem auf kognitive Verhaltenstherapie, interpersonelle und dyadische Psychotherapie, repetitive transkranielle Magnetstimulation und Gleichstromtherapie. Sie fanden heraus, dass verschiedene Psychotherapieverfahren bei leichten bis mittelgradigen Depressionen und womöglich auch bei Angsterkrankungen wirksam sind. Ebenso haben sich Internet- und Telefoninterventionen sowie nichtinvasive Stimulationsverfahren als effektive Therapieoptionen erwiesen. Die Verfahren können zur Prävention, zur Akutbehandlung und zur Rückfallprophylaxe weitgehend unbedenklich eingesetzt werden, da sie keine Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben. Deshalb empfehlen die Autoren: „Da viele Patientinnen nichtmedikamentöse Verfahren in dieser besonderen Zeit bevorzugen, kann diesen bei Verfügbarkeit und auf Wunsch der Patientin der Vorzug gegeben werden.“ ms

Kittel-Schneider S, Reif A: Behandlung psychischer Störungen in Schwangerschaft und Stillzeit. Nervenarzt 2016; 87(9): 967–973

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