ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2017Psychotherapie: Beschreibung mit unterschiedlicher Wirkung

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Psychotherapie: Beschreibung mit unterschiedlicher Wirkung

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Welche Informationen über Psychotherapie vermittelt werden, beeinflusst maßgeblich das Hilfesuchverhalten. Zu diesem Ergebnis kamen amerikanische Psychologen. Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass unterschiedliche Beschreibungen von Psychotherapie verschiedene Wirkungen auf Menschen haben, die psychisch erkrankt sind und fachgerechte Hilfe benötigen. Im ungünstigen Fall werden Befürchtungen bei den Patienten geweckt, stigmatisiert zu werden, wenn sie eine bestimmte Diagnose erhalten oder sich in psychotherapeutische Behandlung begeben. Um zu prüfen, welche Wirkungen unterschiedliche Beschreibungen erzielen, führten die Autoren zwei Studien mit insgesamt 684 Teilnehmern durch. Die Teilnehmer lasen zunächst die Aussagen von zwei fiktiven Psychotherapeuten über ihre Arbeit und ihr Verständnis von Psychotherapie. Dem Ersten war wichtig, das beste therapeutische Verfahren für seinen Patienten zu finden und es einzusetzen. Der Zweite legte vor allem Wert darauf, eine Atmosphäre zu schaffen, in denen sich der Klient angenommen, verstanden und respektiert fühlt. „In beiden Studien wollte die Mehrzahl der Teilnehmer lieber den zweiten Psychotherapeuten aufsuchen und bei ihm eine Therapie beginnen“, sagen die Autoren. Das zeigt ihrer Meinung nach, wie wichtig der zwischenmenschliche Aspekt und ein tragfähiges Arbeitsbündnis sind. Für einen hilfesuchenden Patienten mit Angst vor Stigmatisierung wären sie offenbar relevanter als bestimmte Verfahren und Techniken. Die Autoren empfehlen Psychotherapeuten, auf ihrer Homepage oder beim Erstkontakt mit Beschreibungen von Psychotherapie, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit hervorheben, künftigen Patienten die Angst vor einer psychotherapeutischen Behandlung zu nehmen und ihre Offenheit dafür zu fördern. ms

Swan L, Heesacker M, King K: Are some descriptions of psychotherapy perceived as more
(or less) stigmatizing than others? Stigma and Health 2016; 1(4): 263–268

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