ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2017Kulturkalender: Erlebnis für alle Sinne

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Kulturkalender: Erlebnis für alle Sinne

PP 16, Ausgabe März 2017, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Aachen

9. März bis 11. Juni:

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Blut und Tränen

Kaum ein anderer Maler habe das Leiden Christi so eindrücklich dargestellt wie Albrecht Bouts (1451/55–1549), würdigen die Kuratoren des Suermondt-Ludwig-Museums den Löwener Meister von Andachts- und Passionsbildern, dem sie eine Werkschau widmen. Christus mit der Dornenkrone, die Mater dolorosa und Johannes der Täufer waren zentrale Motive in seinem Œuvre. Diese Bildnisse der sogenannten Compassio, die das Mitleiden des Einzelnen mit Christus anregen sollten, waren im Mittelalter in den Niederlanden sehr beliebt. Die Ausstellung mit Bachscher Passionsmusik im Hintergrund lädt „zu einem Erlebnis aller Sinne“ ein.

Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstr. 18, Di.–So. 10–17, Do. 10–21 Uhr

DÜSSELDORF

Bis 14. Mai:

Otto Dix – Der böse Blick

1924 malte Otto Dix sein großformatiges Ölgemälde „Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey“ (Bild). Deren legendäre Galerie in Düsseldorf war Treffpunkt der jungen rheinischen Künstler, denen sich Dix von 1922 bis 1925 von Dresden kommend zugesellte, bevor er nach Berlin weiterzog. Es waren produktive Jahre für den Maler und Grafiker, der im Rheinland nicht nur erste Bilder verkaufte, sondern hier auch zu seinem typischen Porträtstil der Neuen Sachlichkeit fand und bedeutende Farblithografien, Aquarelle und Radierzyklen schuf. Rund 200 Exponate, die danach in der Tate Liverpool zu sehen sind, beleuchten die Düsseldorf Zeit von Dix.

K20, Grabbeplatz 5, Di.–Fr. 10–18,
Sa./So. 11–18, 1. Mi. im Monat 10–22 Uhr

ESSEN

10. März bis 21. Mai:

Maria Lassnig

Wie lässt sich Körperbewusstsein abbilden? Inwiefern ist der weibliche Körper Ausdrucksort von Identität und seelischen Zuständen? Während ihrer langen Schaffenszeit hat die österreichische Malerin Maria Lassnig (1919–2014) den Körper des Menschen konsequent ins Zentrum ihrer künstlerischen Auseinandersetzung gestellt. Die Retrospektive gibt Einblick in das ebenso radikale wie fesselnde Werk der international renommierten Künstlerin. Sie zeigt ihre Entwicklung vom abstrakten Expressionismus hin zu figurativen Körperbildern und zahlreichen Selbstporträts, in denen sie ihre eigenen Körperempfindungen zum Ausdruck brachte.

Museum Folkwang, Museumsplatz 1,
Di./Mi./Sa./So. 10–18, Do./Fr. 10–20 Uhr

HAMBURG

Bis 21. Mai:

Poesie der Venezianischen Malerei

Er stand zwar im Schatten seines Lehrers Tizian, galt mit seinen leuchtenden, ausdrucksstarken Porträts, Fresken sowie religiösen und mythologischen Tafelbildern gleichwohl als bedeutendster Künstler, der aus Tizians Werkstatt hervorging: Paris Bordone (1500–1571), ein wichtiger Vertreter des Goldenen Zeitalters der venezianischen Malerei im 16. Jahrhundert. Erstmals sind seine Hauptwerke in einer Ausstellung zusammengeführt: Sie laden zur Entdeckung dieses großen Künstlers im Kontext seiner Zeitgenossen wie Palma il Vecchio und Lorenzo Lotto sowie – nördlich der Alpen – Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer und Jan Massys ein.

Kunsthalle, Glockengießerwall 5,
Di.– So. 10–17.30, Do. 10–20.30 Uhr

KarlsRUHE

Bis 27. August:

Unter freiem Himmel

50 Schriftsteller, Publizisten, Kunst- und Naturwissenschaftler haben sich mit rund 50 Landschaftsgemälden aus der hochkarätigen Karlsruher Sammlung auseinandergesetzt. Die Natur-, Kultur-, Welt- oder Seelenlandschaften stammen von so bedeutenden Künstlern wie Claude Lorrain, Caspar David Friedrich, Gustave Courbet, Paul Cézanne oder Max Ernst und werden unter dem Motto „Landschaft sehen, lesen, hören“ in Verbindung mit Gedichten, Geschichten und Essays präsentiert.

Staatliche Kunsthalle, Hans-Thoma-Str. 2–6,
Di.–So. 10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Die Scham und ihre vielen Gesichter

© John Isaacs
© John Isaacs

Sie beschreibt ein Gefühl der Unzulänglichkeit, Peinlichkeit oder des Ausgeliefertseins: die Scham, die uns lebenslang begleitet und das Verhältnis von Individuum und Kollektiv, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Norm und Abweichung regelt. Gleich zwei Ausstellungen widmen sich aktuell dem sozialen Phänomen und untersuchen seine kulturabhängigen Ausprägungen. Dabei liegt im MARTA in Herford der Fokus auf der künstlerischen Auseinandersetzung, wie etwa in John Isaacs Skulptur „Cast from light and dark your shadow is no different from mine“, 2016 (Bild). Angefangen von Dürers „Adam und Eva“ werden Arbeiten von mehr als 50 Künstlern präsentiert. Die zeitgleiche Ausstellung im Hygienemuseum analysiert interdisziplinär wissenschaftliche Perspektiven zum Schamgefühl und zeigt dazu ebenfalls kulturhistorische Exponate und zeitgenössische Kunst.

„Die innere Haut. Kunst und Scham“, Marta, Goebenstr. 2–10, Herford, Di.–So. 11–18, 1. Mi im Monat 11–21 Uhr (4. März bis 4. Juni); „Scham. 100 Gründe, rot zu werden“, Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, Dresden, Di.–So. 10–18 Uhr (bis 5. Juni)

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