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Onlinesucht: Mehr Mädchen abhängig vom Internet

PP 16, Ausgabe März 2017, Seite 100

afp

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Mittlerweile sind in Deutschland rund 270 000 Jugendliche vom Internet abhängig. Die Zahl hat sich damit binnen vier Jahren nahezu verdoppelt, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) heute mitteilten. Mädchen sind dabei offensichtlich anfälliger: Derzeit sind 7,1 Prozent der zwölf- bis 17-jährigen Mädchen internetabhängig, bei den gleichaltrigen Jungen sind dies 4,5 Prozent.

Das Smartphone spielt als Zugangsweg ins Internet die größte Rolle. Foto: picture alliance
Das Smartphone spielt als Zugangsweg ins Internet die größte Rolle. Foto: picture alliance

Eine BzgA-Studie geht bei 5,8 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen von einer „computerspiel- oder internetbezogenen Störung“ aus. Der Anteil bei den 18- bis 25-Jährigen liegt hingegen nur bei 2,8 Prozent und veränderte sich seit 2011 damit auch nicht merklich. Die Experten betonten zugleich, dass der Großteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Internetnutzung keine Verhaltensprobleme zeige.

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Der Studie zur Drogenaffinität Jugendlicher im Jahr 2015 zufolge sind die Geschlechterunterschiede gerade bei Jugendlichen möglicherweise auf den verschieden starken Zugriff auf soziale Medien zurückzuführen. So nutzen 84,3 Prozent der Mädchen täglich soziale Netzwerke, gleichaltrige Jungen zu 77,2 Prozent. Dagegen spielen 36,2 Prozent der männlichen Jugendlichen täglich Computerspiele, bei den gleichaltrigen Mädchen sind dies nur 11,3 Prozent.

Insgesamt sind Jugendliche und junge Erwachsene von zwölf bis 25 Jahren durchschnittlich 22 Stunden pro Woche online und das ausschließlich zum Kommunizieren, Spielen oder zur Unterhaltung. Die Zeit, die sie im Zusammenhang mit Schule, Studium oder Beruf im Netz verbringen, ist dabei nicht eingerechnet. Das Smartphone spielt mit 77,1 Prozent als Zugangsweg ins Internet die größte Rolle. afp

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