ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2017Traumafolgestörungen: Therapie nur für fünf Prozent der Flüchtlinge

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Traumafolgestörungen: Therapie nur für fünf Prozent der Flüchtlinge

PP 16, Ausgabe März 2017, Seite 101

Bühring, Petra

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Nur etwa fünf Prozent der Flüchtlinge mit einer psychischen Störung infolge eines erlittenen Traumas bekommen in Deutschland eine Behandlung oder Beratung. Das geht aus einem Versorgungsbericht hervor, den die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) aktuell veröffentlicht hat.

Etwa 30 bis 40 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland leiden unter Traumafolgestörungen. Foto: picture alliance
Etwa 30 bis 40 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland leiden unter Traumafolgestörungen. Foto: picture alliance

Im Jahr 2015 wurden demnach in den 32 Psychosozialen Zentren für Folteropfer mehr als 14 000 Menschen behandelt oder beraten, etwa 5 400 wurden an andere Stellen weitervermittelt. Etwa 30 bis 40 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland litten unter Traumafolgestörungen, also knapp 380 000 Menschen, so die BAfF. Ob diese Menschen auch die psychosoziale Unterstützung erhalten, die sie benötigen, wird von offizieller Seite nicht erhoben. Selbst wenn nur ein Drittel der erkrankten Personen auch tatsächlich eine Behandlung wahrnehmen möchte, bliebe ein enormer Anteil ohne erwünschte Hilfe, so die BAfF. Viele Menschen mussten die Zentren ablehnen.

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Die BAfF und ihre Mitgliedszentren veröffentlichen jedes Jahr
einen Bericht zur Versorgungssituation von Flüchtlingen und Folteropfern. Er legt dar, welche Versorgungs- und Rehabilitationsleistungen Flüchtlingen formal nach Vorgaben internationaler Konventionen und EU-Richtlinien zustehen. Außerdem werden die Versorgungsstrukturen vorgestellt, die aktuell für Flüchtlinge existieren. Zentrale Versorgungsdefizite, aber auch Modelle „guter Praxis“ werden beschrieben und mit Fallbeispielen aus der Versorgungspraxis veranschaulicht. PB

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