ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2017Medizinische Reha: Von Arzt zu Arzt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV-Bund) gilt für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (LzmR), die vom/von der Versicherten beantragt werden müssen und vom behandelnden Arzt mit einem Ärztlichen Befundbericht (ÄBB) unterstützt werden können, als gesetzlich geregelte „Voraussetzung“ ... eine durch Krankheitsfolgen bedingte Aktivitätseinschränkung, die unter Berücksichtigung von umwelt- und personbezogenen Kontextfaktoren zu einer Teilhabebeeinträchtigung, dass heißt einer erheblichen Gefährdung oder bereits Minderung der Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben führt.

Anträge auf derartige LzmR, die ganztägig ambulant oder stationär indikationsabhängig ... für in der Regel drei, vier oder fünf Wochen erfolgen, werden bei der DRV-Bund jährlich in knapp 800 000 Fällen gestellt. Für die 16 – auch regionalen – Träger der Deutschen Rentenversicherung insgesamt liegt die Zahl der Anträge auf LzmR pro Jahr ungefähr doppelt so hoch. Damit machen diese LzmR zahlenmäßig den Hauptanteil der Leistungen der Abteilung Rehabilitation der DRV-Bund aus. Sie dienen – bei bereits erheblich gefährdeter oder schon geminderter Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben – entsprechend § 10 SGB VI – der Wiederherstellung bzw. dem Erhalt dieser gefährdeten Teilhabe am Erwerbsleben und somit der Verhinderung vorzeitiger Rentenzahlungen aufgrund einer Erwerbsminderung ... . Die Versicherten haben während dieser LzmR (landläufig als „Rehabilitation“ bezeichnet) den „Status arbeitsunfähig (AU)“ und erhalten ggf. Lohnersatzleistungen.

Davon abzugrenzen und gedanklich zu trennen sind medizinische „Leistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit“ für nicht arbeitsunfähige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit erst beginnenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese – landläufig als „Prävention“ bezeichneten – Leistungen finden bei der DRV-Bund entsprechend berufsbegleitend statt und sind unterteilt in eine kurze Initialphase, eine mehrere Monate dauernde ambulante berufsbegleitende Trainingsphase „vor Ort“ sowie eine kurze Refresherphase am Ende. In § 14 des seit Dezember 2016 neuen Gesetzes zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben (kurz: „Flexirentengesetz“) sind diese „Präventionsleistungen“ aufgenommen.

Anzeige

Der Gesetzesgeber hat also viel Gutes auf den Weg gebracht, was wir im Gesundheitssystem Handelnde jetzt gemeinsam konstruktiv mit Inhalt füllen sollten. Dazu ist eine Kommunikation „von Arzt zu Arzt“ über die Schnittstellen im gegliederten Gesundheitssystem hinweg erforderlich.

Dr. med. Markus Jaster, 10713 Berlin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema