ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2017Trisomie 21: Kunst zum Welt-Down-Syndrom-Tag

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Trisomie 21: Kunst zum Welt-Down-Syndrom-Tag

Dtsch Arztebl 2017; 114(12): A-592 / B-511 / C-497

Kahl, Kristin

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„Arschbombe einer Piratin“ heißt eines der Fotos, das auf der Werkschau zum Thema Down-Syndrom gezeigt wird. Foto: Soany Guigand
„Arschbombe einer Piratin“ heißt eines der Fotos, das auf der Werkschau zum Thema Down-Syndrom gezeigt wird. Foto: Soany Guigand

Einen neuen Blick auf das Thema Down-Syndrom legt die Fotoschau „Dein erstes Jahr“, die vom 21. März bis 30. Juni im Familienzentrum FamoX in Berlin zu sehen ist. Die Künstler Soany Guigand, Lydia Martín Cortés und Max Flierl geben mit ihren Fotografien, Aquarellen und Zeichnungen einen persönlichen Eindruck in ihr Familienleben als Eltern von Kindern mit Trisomie 21 und bringen das nach wie vor tabuisierte Thema Behinderung in die Öffentlichkeit.

So begleitete Fotodesignerin Guigand das erste Lebensjahr ihrer Tochter Livy mit Fotoinstallationen, die das kleine Mädchen vor textilen Szenerien als Piratin, Ballonfahrerin oder inmitten eines Fußballteams aus Kuscheltieren zeigen. Die fantasievoll inszenierten Momente zeigen eine Freiheit, die Kindern mit Behinderung oft vorenthalten bleibt – ob aus Gründen ihrer besonderen Situation heraus oder aus eingefahrenen Vorstellungen und Stigmatisierungen. In Guigands Fotos sind diese Begrenzungen aufgehoben. Ihre eigene Art der Verarbeitung mit dem Schicksal ihres Kindes haben auch Cortés und Flierl gefunden. Deren Tochter Candela musste bereits im ersten Lebensjahr zweimal operiert werden. In dieser Zeit entstanden die Aquarelle und Zeichnungen, die nun unter dem Titel „Candelas Reparaturen“ neben Guigands Fotografien im FamoX sowie in der Lebenshilfe Berlin zu sehen sind. In einer Zeit, in der pränataldiagnostische Möglichkeiten das Thema Behinderung wieder mehr an den Rand der Gesellschaft drängen, will die Werkschau ein Zeichen gegen diese Entwicklung setzen und zeigen, dass Menschen mit Behinderung Teil der Gesellschaft sind.

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Anlass für die Ausstellung ist der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März, der seit 2012 auch von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt ist. kk

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