ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2017Diabetes: Defizite bei der künftigen Versorgung befürchtet

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Diabetes: Defizite bei der künftigen Versorgung befürchtet

Dtsch Arztebl 2017; 114(12): A-564 / B-486 / C-476

Richter-Kuhlmann, Eva

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Vor künftigen Engpässen bei der qualifizierten Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus hat die die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) gewarnt. Durch den ökonomischen Wettbewerb in Kliniken stünden viele internistische, diabetologische und endokrinologische Abteilungen auf dem wirtschaftlichen Prüfstand und würden aus finanziellen Gründen geschlossen, sagte Dr. med. Erhard Siegel, Past-Präsident der DDG. „Gerade Menschen mit Diabetes sind aufgrund des demografischen Wandels eine stetig wachsende Patientengruppe, deren Versorgung auch künftig gesichert sein muss.“

Immer mehr diabetologische Fachabteilungen in Kliniken schließen. Foto: picture alliance
Immer mehr diabetologische Fachabteilungen in Kliniken schließen. Foto: picture alliance

Die künftige Versorgung von Diabetikern ist nach Ansicht der Fachgesellschaft zweifach bedroht: Durch die Schließung von diabetologischen Fachabteilungen in den Kliniken gingen auch dringend benötigte Weiterbildungsmöglichkeiten für den medizinischen Nachwuchs verloren, sagte der amtierende DDG-Präsident Prof. Dr. med. Baptist Gallwitz. Schon jetzt zeichne sich das Nachwuchsproblem ab.

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„Diese Entwicklung hängt nicht zuletzt mit der ständig sinkenden Zahl an klinischen Lehrstühlen für Diabetologie und Stoffwechsel an den deutschen Universitäten und Ausbildungsmöglichkeiten in Krankenhäusern zusammen“, erklärte er. Die Diabetologie als vermeintlich ambulantes Fach könne zunehmend im Rahmen der Weiterbildung nicht mehr angemessen vermittelt werden.

„Deshalb müssen die Bundesländer und der Bund dafür sorgen, dass die Zahl der diabetologischen Lehrstühle wieder steigt. Außerdem muss die Diabetologie als selbstständige Einheit an großen Versorgungskrankenhäusern erhalten bleiben und essenzieller Teil der Weiterbildung in der Inneren Medizin und in der Berufsausbildung anderer Gesundheitsberufe sein“, betonte Gallwitz. Verbesserungspotenzial sieht die DDG an der „frühen Nutzenbewertung“ im Rahmen des Arznei­mittel­markt­neuordnungs­gesetzes. So sollte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss die wissenschaftlichen Fachgesellschaften bei der Definierung des „medizinischen Standards“ miteinbeziehen. ER

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