Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In der Praxis gibt es in Deutschland erste sinnvolle Ansätze zur interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern. Diese ist meist begrenzt auf spezielle Indikationen oder Tätigkeiten. So konnten Wolf et al. die Arznei­mittel­therapie­sicherheit in der stationären psychiatrischen Behandlung verbessern (1). Nach unserer Erfahrung funktionieren solche Projekte vor Ort – und besonders im stationären Bereich – oft trotz der Neuartigkeit vollkommen unproblematisch. Die WestGem-Studie dient als Wirksamkeitsnachweis für ein ambulantes, umfassendes Medikationsmanagement und die Übertragbarkeit internationaler Ergebnisse auf Deutschland (2).

Wir meinen, dass es nunmehr an der Zeit ist, dass das interprofessionelle Medikationsmanagement in Deutschland noch stärker in die flächendeckende Implementierung übergeht und den Projektcharakter verlässt.

Leider scheiden sich hier derzeit noch die Geister. Einige Standespolitiker fokussieren sich auf Belange und verwehren den Patienten damit den Zugang zu innovativen Versorgungswegen. Teilweise wird die rechtliche Grundlage in Frage gestellt.

Dabei ist auf Seiten der Kostenträger inzwischen durchaus guter Wille vorhanden. Kein vernünftiger Heilberufler wird aber unter Berücksichtigung der Studienlage anzweifeln, dass Medikationsmanagement nur im interprofessionellen Austausch zwischen Arzt, Apotheker und idealerweise weiteren Heilberufen sein volles Potenzial entfalten kann. International liegen hierzu bereits Langzeitergebnisse vor (3). Insofern ist es bedauerlich, dass – wie zum Beispiel bei einigen Projekten des Innovationsfonds – immer wieder andere Ansätze bemüht werden und bereits aus Projektbeschreibungen die Dominanz einzelner Professionen in der Versorgungsgestaltung unmittelbar erkennbar ist.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0224b

Olaf Rose Pharm.D.

Pharmazeutisches Institut

Klinische Pharmazie

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Prof. Dr. rer. medic. Juliane Köberlein-Neu

Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik
und Versorgungsforschung

Fakultät für Wirtschaftswissenschaft

Bergische Universität Wuppertal

koeberlein@wiwi.uni-wuppertal.de

Interessenkonflikt

Pharm.D. Rose erhielt Erstattung von Teilnahmegebühren für Kongresse, Reisekosten und Übernachtungen sowie Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von Bayer, Boehringer Ingelheim, Medac, MSD und Omnicell.

Prof. Köberlein-Neu erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wolf C, Pauly A, Mayr A, et al.: Pharmacist-led medication reviews to identify and collaboratively resolve drug-related problems in psychiatry—a controlled, clinical trial. PloS ONE 2015; 10: e0142011 CrossRef
2.
Köberlein-Neu J, Mennemann H, Hamacher S, Waltering I, Jaehde U, Schaffert C, Rose O: Interprofessional medication management in patients with multiple morbidities—a cluster-randomized trial (the WestGem study). Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 741–8 VOLLTEXT
3.
Barnett MJ, Frank J, Wehring H, et al.: Analysis of pharmacist-provided medication therapy management (MTM) services in community pharmacies over 7 years. J Manag Care Pharm 2009; 15: 18–31 CrossRef
1.Wolf C, Pauly A, Mayr A, et al.: Pharmacist-led medication reviews to identify and collaboratively resolve drug-related problems in psychiatry—a controlled, clinical trial. PloS ONE 2015; 10: e0142011 CrossRef
2.Köberlein-Neu J, Mennemann H, Hamacher S, Waltering I, Jaehde U, Schaffert C, Rose O: Interprofessional medication management in patients with multiple morbidities—a cluster-randomized trial (the WestGem study). Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 741–8 VOLLTEXT
3.Barnett MJ, Frank J, Wehring H, et al.: Analysis of pharmacist-provided medication therapy management (MTM) services in community pharmacies over 7 years. J Manag Care Pharm 2009; 15: 18–31 CrossRef

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige